Der Sandmann lässt dich nicht schlafen
Das Ensemble von Theter feierte im City Club Premiere und begibt sich in dunkle Abgründe.
»Und wenn du lange in einen Abgrund blickst, blickt der Abgrund auch in dich hinein«
(Friedrich Wilhelm Nietzsche)
»Und wenn du lange in einen Abgrund blickst, blickt der Abgrund auch in dich hinein.« (Friedrich Nietzsche)
In diesem Winter nimmt sich Theter E.T.A. Hoffmanns Schauerroman aus der Schwarzen Romantik vor und rollt den Fall um den rätselhaften Sandmann neu auf: Der junge Student Nathanael glaubt, sein Leben im Griff zu haben. Doch da holt ihn ein altes Trauma wieder ein und beschwört die Phantombilder seiner Kindheit herauf. Doch was ist damals geschehen? Zwei Ermittler*innen sind auf der Suche nach der Wahrheit und blicken dabei in den Abgrund zwischen Wahn und Wirklichkeit.
Die Bühne besteht aus einem Raum, einem Tisch und einem Projektor. Der City Club als Spielstätte bietet dafür eine hervorragende schäbige Kellerkulisse, mit einer intim bedrückenden Stimmung startet ein gut besuchter Theaterabend. Mit abwechslungsreichen Monologen und kurzen Filmsequenzen wird der Zuschauer auf den Fall Nathanael aufmerksam gemacht.
Anfängliche Verwirrung löst sich durch klug inszenierte Kurzfilme in Verständnis und Mitgefühl für den leidenden Protagonisten auf. Die hypnotisierende Darbietung der beiden Ermittler*innen gipfelt in einer fulminanten emotionalen Explosion, die den Zuschauer in den Bann zieht. Die innere Zerrissenheit von Nathanael wird nach außen gedreht. Der Wahnsinn wird greifbar, man fühlt das Leid.
Überraschende Tanzeinlagen, groteske Fratzen und Brautkleid tragende Automaten runden den Abend zu einer gelungenen Theaterinszenierung ab … und natürlich auch der Hauswein des City Clubs.