Zum Interview trafen wir Stephanie Schmid bei einem ihrer Kunden, der Schrebergartenwirtschaft »Im Garten« auf der Perzheimwiese im Augsburger Thelottviertel. Die Brauerei Ustersbach hat viele Gastrokund*innen, jedoch nur einige Gasthäuser im Eigentum. Neben dem weithin bekannten Bräustüble beim Brauhaus gehören die Holzkohle-Grillrestaurants FeuerWerk in Augsburg neben der City-Galerie sowie in Fischach und das Landgasthaus Leuthau mit seinen Fischspezialitäten in idyllischer Lage an der Wertach bei Schwabmünchen dazu. Nach dem Gespräch kam der Durst.
Wasserfarben
Unsere Region hat vielleicht mehr Strandkilometer anzubieten als Rimini. Wir finden sie an den Flüssen und Bächen, an Seen, den Kanälen der Stadt und natürlich in den Bädern. Sie bieten Badestellen in den Wäldern, auf den Kiesbänken und natürlich in der Stadt.
So vielfältig wie der Charakter dieser Orte ist auch das Spiel der Farben unserer Gewässer. Auch hier spiegeln sich Reichtum und Vielfalt eines Ortes, der sich mit dem Thema Wasser aufmachte, UNESCO-Welterbe zu werden.
Dunkelgrün: Derchinger Baggersee
Vor einigen Jahren hatten wir einen Garten am Waldrand in Miedering. In dieser Zeit lernte die Familie den Baggersee am Rande des Derchinger Industriegebiets lieben. Zwischen Wasserwachthäuschen und Imbissbude finden sich Spielplatz, Sandkasten und Liegewiese. Ein Holzsteg lädt zu akrobatischen Sprüngen ins kühle Nass und eine künstliche Insel in der Mitte des Sees gibt dem Schwimmer Orientierung und Ziel. Wem nach mehr Ruhe ist, findet diese am langen Südufer. Abgeschiedenheit versprechen schattige Oasen auf der Landzunge, die den Freizeitbereich des Sees vom naturbelassenen Teil trennt. Und dazwischen: blühen jede Menge Seerosen.
Lindgrün: der Lech
Warum die Augsburger den Lech so stiefmütterlich behandeln, obwohl doch von alters her aller Reichtum der Stadt ihm zu verdanken ist, bleibt wohl nicht nur mir ein Rätsel. Auf seiner Reise durch die Stadt sperrt man ihn förmlich aus, gönnt den Menschen an seinen Ufern kaum einen Blick. Seine wunderbaren Kiesbänke sind oft nur über halsbrecherische Routen zu erreichen. Wer den Sprung doch wagt, der wird mit dem Blick in eine Welt belohnt, wie man sie kaum in der Stadt vermuten würde. Flirrendes Licht, stille Altwasser, erfrischende Strömungen und Millionen von flachen Kieselsteinen, die nur darauf warten, über den lindgrünen Wasserspiegel zu springen.
Himmelblau: Freibad Kutzenhausen
In diesem Paradies, zu dem jeder für zwei Euro Eintritt Zugang erhält, scheint die Zeit stehen geblieben. Die Menschen hier lieben das Bad, sie brauchen wohl keinen Eventspielplatz. Vom 40 Meter langen Schwimmerbecken wird der Lern- und Tobebereich durch ein simples Gatter getrennt. Auf der Terrasse über dem großen Wasser finden wir Babybecken, Spielplatz, Imbissbude und Wasserwachtstation sowie gnädigen Schatten unter alten Bäumen. Besonders schön ist das Bad, wenn die Gewitterwolken aus dem Allgäu kommend den Horizont nur sanft berühren und die Sonne brennt. Nach einigen Bahnen eine Radlermass für vier Euro und versonnen aufs funkelnde Wasser blicken. Super!
Smaragdgrün: Kaisersee
Nur 15 Minuten von der City aus in Richtung Mühlhausen geradelt, und schon erreicht man den Kaisersee. Klareres und erfrischenderes Wasser findet sich erst wieder in den Alpen. Hier ist der See der Nackerten. FKK-Pinoniere im Rentenalter, teilen sich die Badebuchten mit jüngeren Sonnenanbetern. Auch bei Teilen der Gay-Community ist der Kaisersee recht beliebt. Eine schmale Halbinsel bietet bescheiden Platz für Strandaktivitäten. Sanitäre Einrichtungen sucht man hier leider vergebens, da ist die Stadt gefordert.
Sumpfgrün: der Eiskanal
Der längste Strand der Region ist an den Ufern des Eiskanals und seiner Abzweigungen zu finden. Weit mehr als 10 Kilometer werden es sein, und einige davon sind schon recht passabel erschlossen. Wellenreiter und Kunstspringer sind hier zu finden. Man kühlt sich ab oder lässt sich gemütlich-genüsslich von Süden nach Norden durch die Stadt treiben.
Kieselgrau: Sand
Unser Lechtal ist gesegnet mit zahllosen offen gelassenen Kieshalden, die heute auf unterschiedlichste Art von den Menschen genutzt werden. Hier finden alle ihren Ort des Glücks, egal ob Schwimmer, Angler, Planscher, Wakeboarder, Sonnenbader oder Taucher. Im nördlichen Teil unserer Region setzen die Badeseen und Weiher bei Sand eine sommerliche Landmarke, die man empfehlen kann. Das Spektrum der Strände reicht dabei von kindgerecht bis abenteuerlich.
Safrangelb: Wertach
Das Vitalisierungsprogramm der Wertach hat dem Fluss, der Stadt und dem Land unglaublich gut getan. Heute laden wunderbare Badestellen zur sommerlichen Erfrischung ein. Aufgereiht wie an einer Perlenkette sind sie entlang des Ufers zu finden. Bei niedrigem Wasserstand kann die Wertach problemlos durchwatet werden. Und wenn die Sonne richtig steht, spielt das Wasser an diesen Tagen Farben durch, die wir in ihrer Sonnigkeit so nie erwartet hätten.
Bunt: Lechhauser Freibad
Von den fünf Freibädern in Augsburg kostet nur das an der Lechbrücke keinen Eintritt. Auf den ersten Blick mag das in den letzten Jahren doch sehr malträtierte Gelände keinen besonderen Eindruck machen, doch die Menschen, die hier Erfrischung suchen, lieben ihr Freibad. Da sind die frühmorgens schwimmenden Rentner, die Kinder und Studenten aus aller Welt, die in den umliegenden Bezirken wohnen, und die Mütter aus Klein-Venedig, die sich hier mit ihrem Nachwuchs abkühlen. Auf den Besucherbänken wird Lechhauser Dialekt, Russisch und Türkisch gesprochen, und sich gegenseitig ins Wasser zu werfen, das macht den Kindern heute genauso viel Spaß wir mir und meinen Freunden vor sagen wir mal 35 Jahren. Und die freundlichen, entspannten Bademeister verfolgen das Treiben heute wie damals mit einem strengen und einem gnädigen Auge.
Kieselgrau: Friedberger See
Unser Lechtal ist gesegnet mit zahllosen offen gelassenen Kieshalden, die heute auf unterschiedlichste Art von den Menschen genutzt werden. Hier finden alle ihren Ort des Glücks, egal ob Schwimmer, Angler, Planscher, Wakeboarder, Sonnenbader oder Taucher. Im Westen unserer Stadt setzt der Friedberger Badesee eine, nicht nur im Sommer von vielen Menschen geliebte Landmarke. Das Spektrum der Strände reicht dabei von kindgerecht bis abenteuerlich.
Bunt: Paardurchbruch
Auch wenn die geologische Bezeichnung Durchbruch etwas sehr breitschultrig daherkommt, die Flussauenlandschaft der Paar gleich hinter dem Sportplatz von Ottmaring gehört zu den bekanntesten Geheimtipps unserer Stadt. Und das zu Recht. Das Wasser sprudelt 25 Kilometer unterhalb seiner Quelle bei Kaltenberg, vorbei an schattigen Liegeplätzen. Die seichte Furt ist für beinahe alle eine Einladung zu sommerlichen Erfrischung. Kleinkinder stöpseln hier ebenso begeistert, wie ihre durchs Wasser schreitenden Eltern und Großeltern. Zuweilen jagen Hunde aufgeregt durch die Fluten. Und wer des Spurenlesens mächtig ist, erkennt den Abdruck von Pferdehufen im Flussboden, die hier mal sandig und zuweilen steinig ist.
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