Nägel mit Klang und Köpfchen
Mit ihrem neuen Vorsitzendenduo Prof. Christoph Hammer und Rüdiger Lotter blickt die traditionsreiche Deutsche Mozart-Gesellschaft (DMG) motiviert nach vorn.
Pfeiler im exquisiten Mozartpflege-Konzept sind die »Mittwoch mit Mozart«-Reihe mit jungen Künstler*innen sowie die Kooperation mit der Stiftung Fortepiano gGmbH und dem Barockorchester Hofkapelle München. Am 17. Februar 2024 gastiert mit dem österreichischen Tenor Daniel Johannsen ein Weltklasse-Liedinterpret im Kleinen Goldenen Saal und präsentiert gemeinsam mit seinem langjährigen Duopartner Christoph Hammer »O Tuneful Voice« – ein Termin, den man sich schon jetzt notieren sollte!
Christoph Hammer zählt international zu den profiliertesten Musikern im Bereich der Alten Musik. Seit 2017 gibt er sein Wissen am Leopold Mozart College of Music (LMC) als Professor für Historische Tasteninstrumente und Kammermusik weiter. Fraglos ein Glücksfall, dass er jetzt auch in der DMG, die in Augsburg seit 1952 besteht und derzeit 300 Mitglieder zählt, federführend agiert, um mit einem hochkarätigen Programm für frischen Wind und erlesene Klangqualität zu sorgen. Wie genussreich sich das »in der Praxis« anhört, war jüngst im DMG-Konzert im Rokokosaal zu erleben. Bei den Violinsonaten von Mozart, Beethoven und Schubert zeigten die beiden Virtuosinnen Christine Busch und Stefania Neonato (beide Professorinnen an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart) in ihrem brillanten Dialog von Violine und Hammerflügel, was klangliche Delikatesse, Transparenz, hyperpräzises Zusammenspiel und Interpretationstiefe vermögen!
Schon vor über 70 Jahren war der Gründungszweck der Deutschen Mozart-Gesellschaft explizit mit der Pflege, Erforschung und Aufführung der Werke W.A. Mozarts sowie dem kompositorischen Umfeld des Vaters Leopold definiert. Das Ziel klang so ambitioniert wie sinnvoll, nicht allein in der Mozart-Vaterstadt, denn man wollte – so die Satzung im Wortlaut – »den Geist Mozarts einer breiten Bevölkerungsgruppe« erschließen. Heute sind Mozarts Schaffen, Werk und Geist sowie viele durch ihn inspirierte Komponisten auch späterer Epochen nicht zuletzt dank der ambitionierten Arbeit im Mozartbüro sehr präsent. Daher fokussiert sich Hammer auf kulturelle Kostbarkeiten und Entdeckungen im Repertoire jenseits vom Festivalhype. Damit einher gehen die Hörersensibilisierung für besondere Klänge und das Bewusstsein für musikhistorische Entwicklungen. In Kooperation mit der Stiftung Fortepiano sowie dem in München etablierten Barockorchester Hofkapelle München gibt es schon im Dezember zwei Abende, an denen man der DGM live begegnen kann: Pastorellen unter anderem von Rathgeber bis Kobrich und Lieder aus der Zeit Mozarts kredenzen Studierende des LMC am Mittwoch, 20. Dezember (19:30 Uhr) im Rahmen der musikalischen Weihnachtsfeier mit Mozart im Leopold-Mozart-Haus; zwei Tage später lockt die 4. Leopold Mozart Orchesterakademie ins Parktheater. Unter der Leitung von Rüdiger Lotter erklingt neben Mozarts Violinkonzert (KV 211 in D-Dur) auch das festliche Weihnachtskonzert von G. Sammartini (22.12. um 19:30 Uhr).
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