Zum Interview trafen wir Stephanie Schmid bei einem ihrer Kunden, der Schrebergartenwirtschaft »Im Garten« auf der Perzheimwiese im Augsburger Thelottviertel. Die Brauerei Ustersbach hat viele Gastrokund*innen, jedoch nur einige Gasthäuser im Eigentum. Neben dem weithin bekannten Bräustüble beim Brauhaus gehören die Holzkohle-Grillrestaurants FeuerWerk in Augsburg neben der City-Galerie sowie in Fischach und das Landgasthaus Leuthau mit seinen Fischspezialitäten in idyllischer Lage an der Wertach bei Schwabmünchen dazu. Nach dem Gespräch kam der Durst.
Nackte Tatsachen
Schon in der Steinzeit wussten die Menschen um die reinigende und anregende Wirkung von Wasserdampf, Aufgüssen und Aromen. Ein Saunabesuch.
Niemand weiß, wo die ersten Schwitzhütten entstanden sind. Dennoch gilt die Sauna als eine Erfindung der Finnen. Seit 2020 steht die finnische Saunakultur auf der UNESCO-Liste der immateriellen Weltkulturerbe. In der Begründung heißt es, sie sei »weit mehr als reine Körperpflege. In einer Sauna reinigen Menschen ihre Körper und ihren Geist und nehmen ein Gefühl der inneren Ruhe an.«
Den Aufguss muss man zelebrieren
Petra Voßiek, stellvertretende Betriebsleiterin des Bade, Sauna und Wellnessparadieses Titania Neusäß, erinnert sich an den Besuch eines finnischen Filmteams im April 2019. »Anlass war der Antrag des finnischen Bildungs und Kulturministeriums, die finnische Sauna in das UNESCOWeltkulturerbe aufzunehmen«, erklärt sie. In der Doku sollte es unter anderem um die Saunakultur in Deutschland gehen. Sie beschreibt schmunzelnd, wie der Moderator zusammen mit dem Saunameister einen Aufguss zelebriert hatte, und meint, »das war eine Riesengaudi, von der sicherlich noch heute viele Saunagäste berichten könnten.«
Bei einem Saunaaufguss wird das Wasser meist mit ätherischen Ölen aus Kräutern, Früchten, Gewürzen und Hölzern angereichert und über die heißen Steine im Saunaofen gegossen. Die Hitze versetzt den Stoffwechsel und die Atmung in Wallung. Der Körper arbeitet auf Hochtouren, um anschließend in eine tiefenentspannte Ruhephase zu sinken. Hier wird nicht nur geschwitzt, sondern es werden zugleich diverse körpereigene Stoffe stimuliert, was nicht nur reinigend wirkt, sondern auch einen guten Schlaf fördert und das Immunsystem stärkt.
Tendenz steigend
Wie populär ist die Sauna heute? Das Titania Neusäß konnte im vergangenen Jahr 110.000 Saunabesucher*innen verzeichnen. »Die Tendenz ist eindeutig«, sagt Petra Voßiek. »Das Titania Neusäß hat seit seiner Eröffnung 2001 stetig seine Saunawelt erweitert und bewegt sich trotzdem immer am Limit.« Auch für Manuel Mosler, Meister für Bäderbetriebe und Betriebsleiter des Stadtbad Friedberg, eine erfreuliche Entwicklung.
Corona und die hohen Energiekosten hatten die Stadt Friedberg gezwungen, die Sauna vorübergehend zu schließen. Seit November letzten Jahres hat sie wieder geöffnet, wenn auch nicht mehr ganzjährig. »Ähnlich wie bei den Winterreifen, von Anfang Oktober bis Ostern«, scherzt Mosler. Er berichtet von vielen treuen Stammgästen der Sauna, aber auch von vielen neuen Gesichtern, seit der Wiedereröffnung. Viele Stammgäste kommen mehrmals wöchentlich. Sie sind zumeist 50 Jahre und älter, und der Anteil weiblicher und männlicher Gäste hält sich die Waage. »Nach Corona hat sich das Publikum deutlich verjüngt«, meint Petra Voßiek. Vor allem bei der »Ladies Night«, der besonderen Damensauna am Abend, seien auffallend viele junge Frauen unterwegs. Auch in der Altstadt Augsburgs wird wieder geschwitzt: Das Alte Stadtbad im schwungvollen Jugendstilgebäude hat nach neunmonatiger Schließung seinen Wellnessbereich mit Sauna wiedereröffnet.
Voßieks ganz persönlicher Tipp für einen rundum erfrischenden Saunabesuch: »Schon vorher den Kopf frei machen, damit man von der ersten Minute an die Ruhe und Entspannung genießen kann.«
www.titania-neusaess.de
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