Dasein

Gastfreundschaft seit Generationen

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a3kultur-Redaktion

Schwein aus der Region, Rind vom Weideland, Zucchini in Rahm – Restaurants und Gasthöfe sind ein Spiegel der Gesellschaft. So auch der Hotel-Brauereigasthof Fuchs in Steppach. Gudrun Pittroff-Glock im Gespräch mit Josef Fuchs

schen modernen, urbanen Strukturen und ländlicher Tradition, steht recht schmuck der Gasthof Fuchs. Im Gegensatz zu einem reinen Gasthaus finden Hungrige hier nicht nur Speis und Trank, sondern auch gleich noch eine Übernachtungsmöglichkeit. Josef Fuchs führt den Betrieb bereits in siebter Generation. Josef oder Sepp, wie er sich lieber nennt, ist eigentlich gelernter Braumeister. Nachdem er 1981 das Geschäft, damals noch ein Brauereigasthof, übernommen hatte, wurde ihm schnell klar, dass ohne die entsprechenden kostspieligen Modernisierungen das familiengeführte Brauwesen keine Chance gehabt hätte. So wurde die Brauerei stillgelegt, aber nicht abgerissen, und verleiht dem ganzen Anwesen samt Gasthof immer noch eine historische Note.
 

Illustre Gäste aus einer anderen Zeit

»Unser Brauereigasthof hat traditionellerweise einen großen Biergarten. Und ein besonderer Pluspunkt ist sicherlich die Nähe zu Stadt. Mit dem Fahrrad ist man in kürzester Zeit bei uns draußen«, meint Sepp. Mitte des 16. Jahrhunderts hatten sich seine Vorfahren in Steppach niedergelassen. Das Familienwappen stammt zwar aus dem Jahr 1431, diese Spur lässt sich allerdings nicht nachverfolgen. Sicher scheint zu sein, dass auch schon illustre Gäste wie Joachim Ringelnatz und Magda Schneider die Qualitäten des Gasthofs und die Spezialitäten der Brauerei zu schätzen wussten.

Seit 1890 befindet sich der Brauereigasthof im Besitz der Familie Fuchs. Seit 2020 sind Sepps Tochter Jessica Fuchs und sein Neffe Rainer Erdle tatkräftig mit dabei. Sie führen den Gasthof und das Hotel ganz in der Tradition der Familie und weben trotzdem sehr fein und Stück für Stück die Annehmlichkeiten der heutigen Zeit mit ein. Nicht zuletzt geht es dabei um die Digitalisierung bestimmter Bereiche und natürlich die Pflege der digitalen Medien. Beide haben längst verstanden, dass vor allem in der Beständigkeit der Schlüssel zum Erfolg liegt. Das betrifft nicht nur die Auswahl der Gerichte im Gasthof, sondern die gesamte Ausstattung aller Bereiche, in denen sich die Gäste wohlfühlen sollen.
 

Dienstleistung ist eine Haltung

Dienstleistung besteht aus Dienst und Leistung. Eine sehr einfache Formel, die es aber auf den Punkt bringt. Sepp schwärmt von seiner Arbeit: »Wir verstehen uns ganz und gar als Dienstleister, und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Dieses Virus muss man in sich tragen. Es muss ein zutiefst verankertes Bedürfnis sein, dann ist es authentisch und kommt auch so bei den Gästen an. Und der Erfolg gibt uns recht.« Jessica und Rainer, die achte Generation, organisieren alles rund um das Hotel und den Gasthof und haben die Verantwortung für den täglichen Geschäftsbetrieb, während Sepp alle Arbeiten hinter den Kulissen erledigt. Auslöser für den Einstieg der beiden war ihre Idee, während Corona einen Lieferdienst einzurichten. Das lief so gut, dass sie gleich dabeigeblieben sind. So gesehen ist die Frage danach, wie eine Übernahme des Betriebs einmal aussehen könnte, überflüssig. Josef Fuchs freut sich über die engagierte und leidenschaftliche Nachfolge, denn dieser Wunsch hat sich bereits erfüllt.

Was den Hotelier und Gastwirt plagt, sind die vielen Vorschriften, die manchmal kaum zu verstehen sind. »Wir lösen täglich viele kleine und größere Probleme. Die Entscheidungen müssen mitunter schnell getroffen werden und die Lösungen pragmatisch sein.« Entsprechend wünscht sich Sepp kurze Dienstwege, die praxisnah gestaltet sind: »Andere Länder sind hier wesentlich weiter und könnten als Vorbild dienen.« Auch die Anhebung der Mehrwertsteuer wird wieder zu vermehrtem Arbeitsaufwand bei geringerem Einkommen führen.
 

Hier sind wir verwurzelt

Die Mitarbeiter*innen schätzen die familiäre Situation über alles. Für Sepp eine Herzensangelegenheit: »Jede und jeder ist quasi ein Familienmitglied. Die Mitarbeiterschaft organisiert sich so gut wie selbst. Der Dienstälteste ist seit 35 Jahren bei uns beschäftigt. Ich glaube, das spricht für sich.« Und auf die Frage nach der Bedeutung der Region für ihn: »Hier an diesem Platz ist unsere Familie verwurzelt und hier entfalten wir unsere Leidenschaft. In zehn bis zwanzig Jahren sehe ich mich immer noch genau hier, denn ich habe unendlich viel Freude an dem, was ich tue!«

www.gasthoffuchs.de 
 

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