Ausstellungen & Kunstprojekte

Schön schräg

André Butzer

»Friedens-Siemens« und »Schandemensch« von André Butzer in einer Ausstellung im H2 im Glaspalast.

Gut 50 Arbeiten auf Leinwand und Papier stellt André Butzer, geboren 1973 in Stuttgart, derzeit im Kabinett im H2 – Zentrum für Gegenwartskunst im Glaspalast auf Einladung der Gesellschaft für Gegenwartskunst (GfG) aus. Teils wurden diese eigens für die GfG geschaffen, teils stellen sie eine Retrospektive der letzten ca. 25 Jahre dar. 

Immer wiederkehrende Motive sind dabei zwei Comic-Charaktere namens »Friedens-Siemens« und »Schandemensch«, die er in zahlreichen Situationen, Familienbildern oder von alten Meistern inspirierten Adelsporträts durchdekliniert, teils knallig-bunt und schwungvoll. Von alten Disney-Cartoons bis Pop Art spannt sich der Bogen der erkennbaren Einflüsse, wobei über die Jahre das Rohe, teils Aggressive der Zeichnungen einem fast knuffigen Schwebezustand gewichen ist. 

Das macht Laune und hat eine durchaus erfreulich subversive Note – umso mehr, als die umgebende Ausstellung »Friends!« mit Ankäufen der Kunstsammlungen und Museen Augsburg sich weitgehend ernst und formal ungleich strenger ausnimmt. 

Dabei kann auch Butzer »seriös«: In seinen malerischen Arbeiten, mag man darin, leicht neckisch aufgeladen, auch ein wenig Ironie vermuten (wie z.B. in Landschaftsbildern wie »Schlesien«, siehe Bildgalerie), zeigt sich hier doch eine weitere Facette Butzers, die ihn als ernsthaften Künstler in der Tradition des Pointillimus und des Expressionismus ausweist. 

Die Ausstellung ist noch bis zum 14. Juli im Kabinett des H2 – Zentrum für Gegenwartskunst im Glaspalast zu sehen. Zur Ausstellung ist ein Katalog erschienen. 

kunstsammlungen-museen.augsburg.de

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