Eine Nähmaschine auf Reisen
Im Rahmen der Foyerausstellung »Nähen, um zu überleben« im tim erzählen Schüler*innen des Rudolf-Diesel- und des Maria-Ward-Gymnasiums von dem bewegten Leben jüdischer Flüchtlinge in Shanghai.
In dem dokumentarischen und auf Interviews basierenden Theaterstück von Co-Kurator und Professor Kevin Ostoyich, das er zusammen mit Studenten an der Valparaiso University in Indiana geschrieben hat, geht es um die Lebensgeschichte des Zeitzeugen Harry J. Abraham, der zusammen mit seiner jüdischen Familie ins weit entfernte chinesische Shanghai flüchten musste. Ab 1938 hatten sich dorthin etwa 20.000 Frauen, Männer und Kinder aus Deutschland und Österreich vor den Nationalsozialisten in Sicherheit bringen können. Immer mit dabei und titelgebend für den Abend war die Nähmaschine (der Marke Singer) seiner geschätzten Mutter Ida, welche im tim auch ausgestellt ist.
Von Frickhofen in Hessen über Shanghai und schließlich nach Cleveland reiste »die Singer« stets mit, verschaffte den Geflüchteten Kleidung, Trost und Zuversicht und steht sinnbildlich für sie selbst, ihr Leben und ihre Flucht.
Unter der Leitung von Wolfgang Poeppel und Eva-Maria Noppen-Eckart bringen die acht jungen Schauspieler*innen mit viel Engagement, Verständnis und Feingefühl die Erinnerungen von Harry J. Abraham auf die Bühne und machen Geschichte lebendig. Dieser traf sich vorab mit der Schülerschaft zum intensiven Gesprächsaustausch: »Ich vertraue den Schülern gerne meine Geschichte an« – und sie dürften ihn nicht enttäuscht haben.
Am Montag, 22. Juli um 19 Uhr ist die letzte Chance das Theaterprojekt zu sehen.
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