Bezahlbarer Wohnraum ist knapp, der Augsburger Wohnungsmarkt angespannt – und dennoch bewegt sich etwas. Rund 100 Gäste verfolgten das Gespräch mit den Spitzenkandidat*innen Eva Weber (CSU), Florian Freund (SPD), Martina Wild (Bündnis 90/Die Grünen) und Hannes Aigner (Freie Wähler).
Gemeinschaftlich wohnen
In Augsburgs Westen entsteht ein neues Kapitel. Ein Gastbeitrag von Frank Lattke
In Augsburg kommt Bewegung in den Wohnungsmarkt! Im Westen der Stadt wächst derzeit ein innovatives Wohnquartier, das zeigt, wie gemeinschaftliches und genossenschaftliches Bauen neue Wege eröffnet – als echte Alternative zu klassischen Eigentums- oder Mietmodellen.
Die Stadt Augsburg hat diese Entwicklung gezielt angestoßen: Im Rahmen eines Konzeptvergabeverfahrens wurden 2021 vier Grundstücke an Baugemeinschaften und Baugenossenschaften vergeben. Auf dem ehemaligen Areal der Sheridankaserne entsteht seither ein Quartier, das mit seinem großzügigen Stadtpark, guter Nahversorgung und idealer Verkehrsanbindung überzeugt. Ein Projekt ist inzwischen fertiggestellt, andere sind im Bau. Eingeladen waren Menschen und Initiativen, die ihre individuellen Wohnvorstellungen in den Geschosswohnungsbau einbringen – mit dem Ziel, Nachbarschaft, Gemeinschaft und Lebensqualität neu zu denken.
Bevor gebaut wird, steht immer eine intensive Findungs- und Orientierungsphase. Je nach Zusammensetzung der Gruppe kann sie unterschiedlich lange dauern. In dieser Zeit werden gemeinsame Werte, Ziele und Vorstellungen ausgelotet – und schnell zeigt sich, ob man wirklich zueinander passt. Anders als bei herkömmlichen Miet- oder Eigentumsmodellen lernen sich die künftigen Nachbarinnen und Nachbarn schon früh kennen. Die gemeinsame Planungs- und Bauzeit schweißt zusammen und bildet die Basis für eine lebendige Hausgemeinschaft.
Begleitet werden die Gruppen von einer erfahrenen Projektsteuerung und professionellen Planerinnen und Planer, die Sicherheit bei Entscheidungen und wirtschaftlicher Planung geben. Neben architektonischer Qualität geht es immer auch um solide Finanzierung und langfristige Tragfähigkeit – beides Voraussetzungen für ein erfolgreiches Projekt.
Der Antrieb hinter diesen Initiativen ist vielfältig. Im neuen Quartier trifft man auf junge Familien, Paare in der Familiengründung, ältere Menschen und Alleinlebende – sie alle vereint der Wunsch, in ihrer Heimat ein neues Zuhause zu finden. Ziel ist es, das Viertel zu vernetzen, bezahlbaren und selbstgenutzten Wohnraum zu schaffen und dabei in vertrauter Umgebung zu bleiben. Gemeinschaftliches Bauen wird hier zu einer Form sozialer und ökonomischer Selbstbestimmung – und zu einer Investition in die Zukunft.
Ein Vorzeigeprojekt dieser Bewegung ist die Baugemeinschaft SheridanPark & Junia, die die Prinzipien des gemeinschaftlichen Bauens exemplarisch verkörpert. Im Sommer 2021 erhielt sie den Zuschlag für ein Grundstück in der Siegfried-Aufhäuser-Straße. Drei Häuser mit drei und vier Geschossen spannen zwei halbprivate Höfe auf und schaffen Orte der Begegnung. Niedrige Einbauten gliedern die Freiräume und führen sanft vom Öffentlichen ins Private. Im Erdgeschoss sind die begrünten Innenhöfe durchlässig gestaltet – man läuft sich über den Weg, Kinder spielen auf dem Gelände, Nachbarschaft entsteht ganz selbstverständlich. Der offene Laubengang mit Treppen fungiert als Begegnungsraum und trägt zur lebendigen Atmosphäre bei. Balkone sind erweiterter Wohnraum und dienen dem privaten Rückzug; gleichzeitig ermöglichen sie die Kommunikation in den Wohnhof.
Die Gebäude wurden in Holzbauweise errichtet. Großzügige Fenster, lichtdurchflutete Räume und eine Raumhöhe von 2,75 Metern verleihen den Wohnungen Offenheit und Qualität. Jede Wohnung verfügt über einen Südbalkon, die gesamte Anlage ist barrierefrei und umfasst auch eine rollstuhlgerechte Einheit. Neben den privaten Wohnungen entstanden gemeinschaftlich genutzte Räume – ein Gemeinschaftsraum, ein »Lesenest«, eine Fahrradwerkstatt und ein kleiner Kulturschuppen. Die Höfe dazwischen bieten Platz für Gärten, Spiel und Begegnung.
Unter der Leitung von Lattke Architekten aus Augsburg, einem Büro mit Schwerpunkt auf nachhaltigen Holzbau, und der Projektsteuerung durch PLAN-Z Architekten aus München entstanden 33 Wohnungen unterschiedlicher Größe, ein Gemeinschaftsraum, ein Gästeappartement sowie eine Gewerbeeinheit für eine Osteopathiepraxis.
Mit den innovativen Wohnbauprojekten setzen die beteiligten Initiativen – die Baugemeinschaft SheridanPark & Junia, die Baugenossenschaften WOGENAU und wagnisSHARE – neue Maßstäbe für gemeinschaftliches und nachhaltiges Wohnen in Augsburg und leisten einen wertvollen Beitrag zur Entwicklung des Sheridanparks als lebenswertes, lebendiges Stadtquartier.
Frank Lattke wurde 1968 in Tübingen geboren und studierte nach einer Tischlerlehre Architektur an der Technischen Universität München und in Madrid. Er gründete 2004 sein eigenes Büro in Augsburg. 2023 wurde er für die Professur Baukonstruktion und Holzbau an die Technische Hochschule Nürnberg berufen. Lattke ist Mitglied des BDA und des Treffpunkt Architektur Schwaben der Bayerischen Architektenkammer.
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Die Idee klingt vielversprechend: Der ehemalige große Teleskopgasbehälter, ein denkmalgeschütztes Industrierelikt mit 53 Metern Durchmesser, soll zur Multifunktionshalle werden. Bis zu 1.500 Menschen könnten hier künftig Konzerte erleben oder Sportveranstaltungen besuchen – ein Basketballfeld würde problemlos hineinpassen. Die Zusammenarbeit zwischen SWA, dem Metallbauer Johannes Ankner (B.A.R GmbH) und der Club- und Kulturkommission Augsburg zeigt: Es gibt Willen und Engagement.