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quo vadis Stadtmarkt, Frau Moritz?

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Gastautor

Die Entwicklungen auf dem Augsburger Stadtmarkt schreiten voran. Zeit für eine Zwischenbilanz und drängende Fragen an die Stadtmarktmanagerin Constanze Moritz.

Der Frühling schickt ein buntes Angebot in die Gassen und Hallen des Augsburger Stadtmarkts. Geschäftige Betriebsamkeit an allen Ecken. Ob Großbaustelle
oder Neueröffnungen: Überall ist Bewegung zu spüren. Ein Signal in die richtige Richtung? Dazu haben wir aktuell die Stadtmarktmanagerin Constanze Moritz befragt.

In kurzem Abstand gab es jetzt zwei Eröffnungen auf dem Stadtmarkt. Tagwerk und Noa sind am Start. Ist das ein Signal für die neue Dynamik in der Stadtmarktentwicklung?

Es ist erfreulich, dass sich mit Tagwerk und dem Café Noa aktuell spürbar etwas am Stadtmarkt bewegt. Solche Eröffnungen sind ein positives Signal und zeigen, dass der Standort grundsätzlich attraktiv bleibt. Für die Frage nach einer tatsächlichen neuen Dynamik ist jedoch weniger die Zahl einzelner Neueröffnungen entscheidend, sondern vor allem die Entwicklung der Leerstände. Erst wenn diese nachhaltig zurückgehen und Flächen dauerhaft genutzt werden, lässt sich von einer stabilen und langfristigen Belebung des Stadtmarkts sprechen.

Gibt es schon Rückmeldungen, wie die beiden Neuen ankommen?

Es gibt bereits sehr positive erste Rückmeldungen zu den beiden neuen Betrieben am Stadtmarkt.
Die Biometzgerei Tagwerk wird von vielen Besucher*innen sehr gut angenommen. Besonders hervorgehoben werden die hochwertige Produktqualität, das nachhaltige Konzept sowie die gelungene Ergänzung des bestehenden Angebots am Stadtmarkt. Insgesamt sorgt der neue Betrieb für spürbare Belebung und wird als Bereicherung wahrgenommen.

Auch das Café Noa, das erst am Freitag, den 17. April, offiziell eröffnet hat, trifft bereits auf großes Interesse. Trotz der sehr kurzen Zeit seit der Eröffnung
ist das Feedback durchweg positiv. Die Gäste loben insbesondere das moderne, einladende Konzept und die frische gastronomische Ausrichtung. Insgesamt zeigt sich damit schon jetzt, dass beide Neueröffnungen gut angenommen werden und zur weiteren Attraktivitätssteigerung des Stadtmarkts beitragen.

Mit Tagwerk ist ein auswärtiges Unternehmen auf den Stadtmarkt geholt worden. Worin liegt der Vorteil gegenüber einem regionalen Anbieter? Ist das auch der Beginn, den Stadtmarkt mehr hin zu überregionalen Unternehmen zu öffnen?

Der Vorteil eines auswärtigen Anbieters wie der Tagwerk Biometzgerei aus dem Raum Freising/München liegt vor allem in der Spezialisierung und der gezielten Angebotserweiterung. Durch die klare Bio-Ausrichtung und besondere Herstellungsverfahren wie die Warmfleischverarbeitung ergänzt das Unternehmen das bestehende, überwiegend regionale Angebot sinnvoll. Solche Profile bringen zusätzliche Vielfalt an den Standort und können neue Kundengruppen ansprechen, die gezielt nach hochwertigen, spezialisierten Produkten suchen. Damit entsteht eine stärkere Differenzierung innerhalb des Gesamtangebots am Stadtmarkt. Gleichzeitig gilt weiterhin: Regionale Anbieter bleiben ein zentraler Baustein für die Identität und Authentizität des Marktes. Die Kombination aus regionaler Verankerung und spezialisierten, auch überregionalen Konzepten kann insgesamt zur Attraktivität und Weiterentwicklung des Stadtmarkts beitragen.

Gibt es schon weitere, konkrete Pläne für das Füllen der Leerstände?

Es gibt bereits konkrete Schritte zur weiteren Belebung der Leerstände. Ein Beispiel ist ein bislang leerstehender Standort in der Viktualienhalle, der im Mai neu eröffnet wird und damit einen weiteren Schritt zur schrittweisen Nachbesetzung darstellt. Grundsätzlich bleibt dabei die zentrale Leitfrage entscheidend: Was braucht der Stadtmarkt – und was fehlt ihm noch? Die künftige Entwicklung hängt weniger von einzelnen Eröffnungen ab, sondern davon, ob es gelingt, ein stimmiges Gesamtkonzept zu schaffen, das das bestehende Angebot sinnvoll ergänzt. Im Fokus steht daher die Mischung aus bewährten, regional verankerten Betrieben und ergänzenden Konzepten, die neue Impulse setzen. Nur so lässt sich der Stadtmarkt langfristig als attraktiver und vielfältiger Standort weiterentwickeln.

Der Bauernmarkt ist ja im Moment noch eine Baustelle. Wenn ich die Infobanner richtig verstehe, kommt an diesen Platz der Bauernmarkt, wie er über Jahrzehnte dort beheimatet war, nicht mehr hin. Stattdessen sollen Gastronomie und Kultur diesen Platz bespielen. Was ist die Idee dahinter?

Die Annahme, dass der Bauernmarkt dauerhaft von seinem angestammten Platz verschwindet, ist nicht korrekt. Der aktuelle Zustand ist eine Übergangslösung: Während der Sanierung ist der Bauernmarkt vorübergehend in der Bäckergasse untergebracht. Das dient ausschließlich dazu, den Betrieb während der Bauphase aufrechtzuerhalten. Ziel ist es, den Bauernmarkt anschließend wieder an seinen ursprünglichen Standort zurückzuführen, an dem er über Jahrzehnte beheimatet war. Die Bäckergasse ist also keine neue dauerhafte Ausrichtung, sondern eine temporäre Ersatzfläche. Die genaue Ausgestaltung der Rückverlagerung und der künftigen Nutzung des Bereichs ist derzeit noch in Planung.

Der Stadtmarkt soll auf Höhe der Fleischhalle abtrennbar werden können. Dafür sind Faltwände geplant. Wie kommt diese Idee bei den betroffenen Standinhaber*innen an?

Die geplanten zwei Tore zwischen der Gemüsegasse und dem Bauernmarkt sowie zwischen der Bäckergasse und dem Bauernmarkt fügen sich unauffällig in den regulären Stadtmarktbetrieb ein und treten im Alltag kaum in Erscheinung. Gleichzeitig ermöglichen sie nach den Marktzeiten eine gezielte Öffnung des Areals, sodass der Bauernmarkt flexibel für Veranstaltungen genutzt werden kann und die umliegenden Gastronom*innen ihre Betriebe auch außerhalb der regulären Marktzeiten geöffnet halten können.

Wie ist die langfristige Vision für die Stadtmarktgestaltung? Immerhin ist dieser Ort ein Aushängeschild und mitten im Herzen unserer Stadt. Damit sicherlich auch nicht unwesentlich für den Tourismus.

Die langfristige Vision für die Stadtmarktgestaltung ist es, den Markt als lebendiges Herz der Stadt zu stärken und behutsam weiterzuentwickeln. Als Aushängeschild mit hoher Bedeutung für Aufenthaltsqualität und Tourismus soll der Stadtmarkt offen, vielseitig und authentisch bleiben. Dabei geht es nicht um eine durchgestylte, perfekte Anlage, sondern um den Erhalt seines gewachsenen Charakters: Der Stadtmarkt darf Ecken und Kanten haben, seine besondere Atmosphäre und Identität sollen bewahrt werden, ohne dass sein ursprünglicher Charme verloren geht.

Constanze Moritz © Martin Augsburger

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