Michael Kiessling, Galerist des Kunstraums am Pfarrhof Leitershofen, erzählt gerne, wie er Sandra Tröger im Münchner Ausstellungsraum »Sandkasten« kennengelernt hat – und wie schnell aus diesem ersten Kontakt die Idee für eine gemeinsame Ausstellung entstand. Noch im selben Jahr wurde daraus Wirklichkeit: »Form Farbe Raum« zeigt eine äußerst sehenswerte Auswahl von Trögers Werk in den Räumen von Leitershofen.
Graffiti – die Kunst der verlassenen Orte
»Präsenz und Abwesenheit, Bewegung und Stillstand« – so lautet unter anderem eine Beschreibung der Ausstellung »Drum herum«, die seit dem 1. Mai in der Kunsthalle UG zu finden ist.
Von einer typischen Museumsatmosphäre kann dabei jedoch nicht die Rede sein. Erst befindet man sich an der belebten Tramstation »Kongress am Park«, dann geht es einmal die Treppen hinunter und die Besucher*innen tauchen in eine Art dystopische Unterwelt ab.
Die Fußgängerunterführung am Kongress hat ohnehin ihren ganz eigenen, düsteren, verlassenen Charme mit den von Pflanzen überwucherten Rolltreppen an den Ausgängen links und rechts.
Die neue Fotogalerie, die dort an den kahlen Kachelwänden zu finden ist, unterstreicht diese einzigartige Atmosphäre und bestärkt das Gefühl der Vergänglichkeit.
Sie bietet mithilfe von verschwommenen, einzigartigen Lichteffekten eine seltene Gelegenheit, verlassene Orte mit den dort vorzufindenden Wandmalereien aus einem ganz anderen, melancholischen Blickwinkel zu betrachten.
Auf vielen Kunstwerken sind Sprayaktionen bei Dämmerung und Nacht festgehalten. Die Personen, die man darauf fast wie Schattengestalten wahrnehmen kann, haben meist ihre Gesichter verdeckt und besitzen eine Körpersprache, als würden sie jeden Moment fliehen müssen.
Die Kunsthalle UG, die mit Graffiti-Schmierereien übersät ist, spielt mit den Inhalten der Ausstellung. Was vorerst nur ein gekritzelter Schriftzug war, wird zum Prozess des Sprayens selbst und damit für die Betrachtenden zum Leben erweckt.
»Die Fotografien spielen mit dem Reiz des Verbotenen. Sie führen in Bereiche, die man normalerweise nicht betreten würde« – eine Beschreibung, die nicht nur die eindrucksvolle Ausstellung charakterisiert, sondern auch den Ort, an dem diese stattfindet.