Michael Kiessling, Galerist des Kunstraums am Pfarrhof Leitershofen, erzählt gerne, wie er Sandra Tröger im Münchner Ausstellungsraum »Sandkasten« kennengelernt hat – und wie schnell aus diesem ersten Kontakt die Idee für eine gemeinsame Ausstellung entstand. Noch im selben Jahr wurde daraus Wirklichkeit: »Form Farbe Raum« zeigt eine äußerst sehenswerte Auswahl von Trögers Werk in den Räumen von Leitershofen.
Läuft bei Euch!
»flow« vereint spielerisch die Werke von Christofer Kochs und Klaus Lomnitzer im Kunstraum am Pfarrhof Leitershofen.
Ändere die Welt, sie braucht es! Deshalb leuchtet das Entree der Kießling’schen Kunststube jetzt in grellem Pastell, reißt Ankommende in den »flow«: Über drei Etagen tanzt der leichtfüßig gestreute Parcours aus malerisch-skulpturalen Meisterstücken, birgt staunenswerte Synergien, lädt zu Sichtwechseln ein.
Seit gut einem Vierteljahrhundert kennen, schätzen, beflügeln Christofer Kochs (*1969 in Osnabrück) und Klaus Lomnitzer (*1970 in Marburg) einander – die exakte Kommastelle hinter der 25 blieb ein Mysterium auf der »flow«-Vernissage Mitte Mai. Ebenso locker und humorig durchzieht dieses Freundschaftsband alle Räume der Gemeinschaftsschau, die brüderlichen Abtausch auf höchstem Niveau feiert. Man spürt die starke Seelenverwandtschaft beider Œuvres, welche mühelos Gegenständliches mit Abstraktem verweben – in subtil angedeuteten Details, raffinierten Überlagerungen, dramatischen Kontrasten, sowie kreativ belebter Materialsinnlichkeit von totgesagten, doch nie ausgereizten Medien wie Leinwand, Holz oder Glas.
Der Wahl-Augsburger Kochs lässt sich gerne im Figürlichen treiben, von traditioneller japanischer Holzschnittkunst sowie der »Pittura metafisica« beeinflussen, dazu formt er mystische Skulpturen per Kettensäge. Reliefartig muten auch seine Faltleinwände an, mit Auflösung spielen Bildtitel wie »Belichtung des Jetzt«. Bei Lomnitzer, der in Frankfurt lebt, arbeitet, lehrt, stehen hingegen Landschaft und Natur im Fokus, zur Grenzerkundung zwischen Zwei- und Dreidimensionalem greift er auch zur Stichsäge. Gefiederte Baumbewohner inspirierten ihn etwa zum »Staunen des Kleibers über sein Dasein als Spechtmeise« – einem weiteren launigen Perspektivknopf im gesamten »flow«.
Blindes Einandervertrauen der international gefragten Künstler gipfelt in ihrer experimentellen Serie »Wenn-Dann«: Einer vollendete die Bilder des Anderen, der das Resultat erst später sah – grenzerweiternd für beide Akteure, bereichernd für die Galeristen Michael und Paul Kießling. Sie begleiteten den Entstehungsprozess und fühlten bereits beim Hängen der Ausstellung den heiteren »flow«, eine Seltenheit in der Kunst!
Bis zum 5. Juli ist die Ausstellung jeweils am Samstag und Sonntag von 15 bis 18 Uhr geöffnet –bei freiem Eintritt.
Weitere Informationen unter: www.kunstraum-leitershofen.de