Theater & Bühne

135 Minuten purer Frohsinn

Gastautor

Im dritten Anlauf gelang dem Staatstheater schließlich die Premiere von »Die Kunst des Wohnens« und begeisterte damit das Publikum.

Der bayerische Kabarettist, Liedermacher und Arzt Georg Ringsgwandl hat mit »Die Kunst des Wohnens« eine Komödie geschrieben, die mit schwarzem Humor und viel musikalischer Untermalung überzeugt. Regisseur Alexander Marusch bringt das ebenso humorvolle wie gesellschaftskritische Stück auf die Bühne des Staatstheaters.

Familie Feiler hat große Ambitionen. Dr. Feiler will Chefarzt werden, die Tochter mit ihrer Eventagentur richtig durchstarten und der Sohn will mit seinem Keyboard die Welt erobern. Inspiriert von Goethes Faust, verspricht der Teufel persönlich der Familie ihre Wünsche zu erfüllen. Die Verträge sind schnell beschlossen und es geht immer höher hinauf für die Feilers. Doch das Glück will sich nicht so recht einstellen.

»Die Kunst des Wohnens« ist ein skurril-komisches Stück, eine absurde Szene jagt die nächste. Die Geschichte des Aufstiegs dient eher lose als roter Faden, die Umsetzung ist entscheidender als die Handlung. Man kommt zwischendurch nicht umhin, sich zu fragen, was da auf der Bühne eigentlich passiert. Doch es funktioniert. Die Schauspielenden überzeugen vor allem dadurch, dass sie sich für absolut nichts zu schade sind. So inszenieren sie eben auch mal als schlüpfende Küken verkleidet einen Imagefilm für die aufkommende Geflügelschau. Allen voran begeistert Natalie Hünig als Frau Feiler. Mit ihrem Gespür für Timing, ihrer hinreißenden Mimik und ihrer physischen Komik überzeugt die Schauspielerin so sehr, dass man teils sogar vergisst, dem Stück zu folgen und stattdessen ihr die gesamte Aufmerksamkeit zukommen zu lassen. Einfach brillant.

Aller guten Dinge sind drei, wie die Premiere von Ringsgwandls Komödie zeigt. Mehr als zwei Stunden reinstes Theatervergnügen, musikalische Heiterkeit und Schauspiel zum Verlieben. Eine beinahe märchenhafte Moral von der Geschicht‘ gibt es am Ende des absurden Stücks obendrauf.

www.staatstheater-augsburg.de

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