Die 80 jungen Musiker*innen unter der Leitung von Carolin Nordmeyer bewiesen im Kongress am Park überaus eindrucksvoll, dass sie solistisch brillieren und im »tutti« musikalische Spannungskurven von der ersten bis zur letzten Sekunde auf höchstem Niveau zu halten vermögen.
Glänzende Verbindungen
Das Mozartfest Augsburg wird in seiner zehnten Ausgabe vom 3. bis 31. Mai zur »Herzenssache«
An den zwölf Festivalabenden an sechs Orten sind international gefeierte Künstler*innen zu Gast, darunter die Violinistin Isabell Faust, das Danish String Quartet, die Saxofonistin Jess Gillam, der Mandolinenspieler Avi Avital sowie die Jussen-Brüder als grandioses Klavier-Duo. Zum Jubiläum präsentiert der künstlerische Leiter Simon Pickel bewusst eine Art »Best-of«-Edition – sie alle sorgten in den Vorjahren mit außergewöhnlichen Konzerten für nachhaltige Begeisterung.
Zu den »Heroes« zählen nicht zuletzt der Stardirigent Sir John Eliot Gardiner (mit »Rokoko« zu Gast am 31. Mai in Ev. St. Ulrich), virtuose Lieblingskünstler*innen, die sich ganz im Sinne der künstlerischen Mission von Mozartbüro-Chef Simon Pickel von Leopold Mozarts Weitblick inspirieren lassen und trotz Weltruhm nahbar geblieben sind. Als musikalische Ausnahmeerscheinungen lassen sie spannungsreiche Verbindungen und programmatische Überraschungen lebendig werden.
Sehr bewusst überzog Simon Pickel im zehnten Jahr »sein« sonst magentafarben leuchtendes Mozartfest Augsburg mit Goldlack. Das Stammpublikum sowie die erfreulich verjüngenden Klassikfans konnten sich in den Vorjahren auf sein kompetentes und sensibles Booking-Händchen verlassen, das musikalisch glanzvolle Konzert-Highlights garantiert. Unter originellen Programmklammern tritt Wolfgang Amadeus subtil in den Hintergrund, um zeitgemäß und auf höchstem künstlerischem Festivalniveau auch Zeitgenössischem, anregenden Fusionen und aufregenden Newcomer*innen die Bühne zu öffnen. So etablierte sich das Mozartfest Augsburg mit seinem leistungsstarken Mini-Team als Bestseller und sicherte sich ein unverwechselbares Profil, das in der internationalen Klassiklandschaft respektiert wird. Das Festival punktet nach innen und außen mit Authentizität, Sympathie, Kompetenz und nicht zuletzt dem historischen Ambiente der dezent agierenden Mozart-Vater-Stadt.
Von seiner Wunschliste streichen darf Pickel endlich auch das Thema »Oper«. Nach den innerhalb von drei Tagen ausverkauften Auftaktkonzerten mit Chilly Gonzales, mit dem das Mozartfest brodelnd in den »Club«-Kessel abtaucht, folgt die nächste Sensation: Glucks konzertant zu erlebende Oper »Paride ed Elena«, in der Samuel Marino (Foto) die Titelrolle als einer der seltenen Männersoprane interpretiert (7. Mai im Kleinen Goldenen Saal). Stilvoll genießen lässt sich auch ein »Nordic By Nature«-Konzert (9. Mai) im idyllischen Herrenhaus Bannacker – eine Premiere in puncto Spielort, die zeigt, dass sich das Mozartfest Augsburg endgültig den Podestplatz in Sachen regionaler Mozartpflege erobert hat.