Dasein

Hier brennt die Familie für Qualität

Destille Zott
a3kultur-Redaktion

Die Familienbrennerei Zott öffnet ihre Türen und gibt Einblicke in die Kunst der Spirituosenherstellung – von der Maische bis zur Verkostung.

Ein Samstag in der Destillerie der Familie Zott in Ustersbach: Mit einem spritzig-fruchtigen Willkommensdrink aus hausgemachtem Cider und Himbeerlikör startet die Gruppe in eine spannende Entdeckungstour durch die Welt der Destillerie. Lisa Wagner, die heute durch die Brennerei führt, hat sichtlich Freude daran, die Besucher in die Geheimnisse der Spirituosenherstellung einzuweihen. Dass hier einmal Kühe standen und Heu lagerte, ist kaum zu glauben. In den ehemaligen Stallungen und Scheunen wird seit 2003 gebrannt, was das Zeug hält – und davon gibt es eine Menge. Immerhin bewirtschaftet die Familie Zott über 250 Hektar Obstanbaufläche in den Westlichen Wäldern von Augsburg. Von Himbeeren über Kirschen bis hin zu Äpfeln, Birnen oder Quitten – alles, was hier wächst, kann auch durch die Brennerei wandern. 

Zwischen den Destillen erklärt Lisa Wagner, wie aus Obst hochprozentiger Genuss wird. Da fallen zwar Fachbegriffe wie Mazeration und Maische, aber sie schafft es, die komplizierten Vorgänge so zu erklären, dass alle nicken und verstehen: Aha, so wird also aus Frucht der feine Geist! Besonders unterhaltsam wird es beim Thema Limoncello. »Da kommen Freunde und Familie zusammen. Wir sitzen dann Januar und Februar im Stuhlkreis in der Brennerei, jeder hat einen Sparschäler in der Hand, und dann geht’s los mit dem Schälen«, erzählt Wagner, und man kann sich die gesellige Runde beim Zitronenschälen bildlich vorstellen. 

Dass hier echte Qualität entsteht, haben auch die Expert*innen längst gemerkt. Gerade erst hat der Gault & Millau die Zott-Kollektion zum Jahresbesten 2024 gekürt. Und bei den Craft Spirits Awards in Berlin räumten die Ustersbacher richtig ab – ihr Williams-Christ-Birnenbrand wurde sogar als bester seiner Klasse ausgezeichnet. 

Der Höhepunkt der Führung wartet im Fasslager: Zwischen den Holzfässern aus Kastanie, Eiche und Kirschholz darf endlich probiert werden. Lisa Wagner nimmt sich für jede Kostprobe Zeit, erklärt die Besonderheiten der Herstellung und worauf man beim Verkosten achten sollte. Beim Himbeergeist etwa zeigt sie, wie die fruchtig-intensive Note erst auf der Zunge und dann im Nachgang ganz unterschiedlich zur Geltung kommt. Der würzige Pomeranzenbrand überrascht mit seiner komplexen Tiefe, die aus der besonderen Verarbeitung der Bitterorangenschalen stammt. Beim mild-süßen Quittenlikör, der im Holzfass gereift ist, macht sie die Gruppe auf die feinen Nuancen aufmerksam, die das Holz der Spirituose verleiht. So wird die Verkostung zu einer kleinen Geschmacksschule, bei der man nicht nur probiert, sondern auch eine Menge über die Charakteristika der verschiedenen Brände und Liköre lernt.

Nach etwa eineinhalb Stunden endet die Tour wieder im Hofladen. Hier kann man nicht nur die verkosteten Schnäpse und Liköre kaufen, sondern auch frisches Obst und selbstgemachte Marmeladen mitnehmen. Wer jetzt Lust bekommen hat: Auf der Website der Destillerie Zott kann man sich für die nächsten Führungen anmelden.

Es lohnt sich – nicht nur für Schnaps-Fans, sondern für alle, die gern einen Blick hinter die Kulissen eines echten Familienbetriebs werfen möchten.

Was die Zotts besonders macht? Sie kümmern sich um jeden Schritt selbst: vom Obstanbau über die Ernte bis zum fertigen Schnaps. Das schmeckt man!

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