Ich und der Pop, der Pop und ich

29. November 2018 - 9:48 | Martin Schmidt

Das Buch »Potzblitz« versammelt Lieblingserklärungen an die Popmusik. Der Mitherausgeber und Augsburger Musiker Sebastian Schwaigert klopfte bei Musiker-Prominenz und Freunden nach Berichten, Beichten und Erinnerungen an.

Potzblitz Pop-Blitz! »Potzblitz – 27 + 1 erleuchtende Liebeserklärungen an die Popmusik« heißt das Buch, das nun der Augsburger Musiker Sebastian Schwaigert (Koje, Ex-Benzin, Go Go Gazelle) zusammen mit seinem Bandkumpanen Marc Huttenlocher (Senior Product Manager bei einer Plattenfirma) herausgegeben hat. Auf 179 Seiten erzählen befreundete bzw. bekannte Musiker von den besonderen Momenten, Geschichten und Inititalzündungen, die sie mit Popmusik erlebt haben. Der Band versammelt Beiträge von Musikern aus Bands wie Madsen, Die Toten Hosen, Donots, Ton Steine Scherben, Itchy oder Van Volzen, mit dabei sind auch Solo-Künstler wie Dota, Mambo Kurt oder Musikjournalist Oliver Uschmann.

Die Blickwinkel, Zugänge und Jahrgänge sind dabei so verschieden wie die Musiker, Persönlichkeiten und Biografien der einzelnen Musiker: Donots-Sänger Ingo Knollmann (*1976) bedankt sich nach fast 30 Jahren Bekanntschaft »offiziell« bei Punk und feiert dessen vier Vorzüge (nix müssen, fast alles dürfen, eine Menge wollen, unendlich viel können). Tote-Hosen-Drummer Vom Ritchie (* 1964) erinnert sich in seinem (englischsprachigen) Beitrag an seine Kindheitsjahre in den 70ern: »I loved Marc Bolan and it was at that point I decided I wanted to play music, be a star and look like Marc Bolan. That didn't quite work out, but close.« Kai Sichtermann (*1951), Bassist von Ton Steine Scherben, erzählt, wie die Band um Rio Reiser eigens eine Nacht durchgemacht hatten, um auf dem LP-Cover von »Scherben« (1983) extra übernächtigt auszusehen. Und Florian Kiesling, Frontmann von Van Holzen, als junger U20-Jahrgang, beschreibt: »Wenn du im Jahr 1999 geboren wirst, kannst du dir nur schwer vorstellen, dass die Generation, die 20 Jahre vor dir geboren wurde, ein Grunge-Album wie ›Nevermind‹ rund 30 Millionen mal gekauft hat.«

»Potzblitz« ist ein unterhaltsamer wie informativer Rundumschlag und Popmusikspaziergang. Alle Autoren stellen ihr Honorar dem von Amnesty International Projekt »Hilfe für traumatisierte Flüchtlinge« bereit, in dessen Rahmen auch musiktherapeutische Angebote geleistet werden. Der Band ist erschienen im Taschenbuchformat, verlegt im in Diedorf ansässigen Unsichtbar Verlag. www.unsichtbar-verlag.de

Das Bild oben zeigt Marc Huttenlocher und Sebastian Schwaigert (von links), die Herausgeber von »Potzblitz«. Foto: Max von Sigriz

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