Pop in Schubladen
In Höchstädt heißt es bis zum 4. Oktober »Kulturschloss goes Pop!« Text, Ton und Tanz laden interaktiv und kostenfrei zu einem knallbunten Streifzug durch die Popmusik der vergangenen fünf Jahrzehnte.
Die Besuchenden dürfen Songmotive aus fünf Jahrzehnten Popularmusik erraten, die Video-Ästhetik vergangener Zeiten vergleichen oder sich am Breakdance auf dem eigens geschaffenen Spiegel-Dancefloor in der Turm-Disco versuchen.
»Über Musik zu reden ist wie über Architektur zu tanzen«, wusste schon Frank Zappa. Daher entschieden die cleveren Ausstellungsmacher, dass »Pop ist, was ihr draus macht«. Popkultur hat sich auch in Schwaben in den vergangenen Jahren gewandelt und an Relevanz gewonnen. Das weiß auch Max Schlichter als Popularmusik-Beauftragter im Bezirk Schwaben. Was lange Zeit vor allem in urbanen Zentren verortet war, ist heute auch in der Fläche Bestandteil des kulturellen Lebens – Festivals auf dem Land, Clubs in ehemaligen Industriehallen, temporäre Off-Spaces und interdisziplinäre Musik- und Kunstprojekte gestalten eine lebendige Szene, die weit über reine Unterhaltung hinausweist. Popkultur wird in der aktuellen Ausstellung also nicht allein als ästhetisches Phänomen, sondern als sozialer Resonanzraum unserer Gegenwart anschaulich.
Was und insbesondere wer prägte den Sound der 70er? Welche Motive tauchen besonders oft in den einschlägig bekannten Songtexten auf? Welche Tänze waren angesagt? Im Schloss Höchstädt laden bis in den Herbst 2026 drei Räume im EG dazu ein, mit allen Sinnen in die facettenreiche Welt des Pop einzutauchen. Nicht allein das mit 40 Schubladen bestückte Riesenregal macht deutlich, wie viele Richtungen und Stile hier zusammenkommen. Vom Synth-Pop über den Latin Pop zum K-Pop mit seinen Fun Facts: Die größte K-Pop-Gruppe hat 26 Mitglieder, und »Gangnam Style« von Psy hat über 5,8 Milliarden Aufrufe auf YouTube. Schon beim »Preview« im Rahmen der Pressekonferenz schienen die Juke-Box sowie die Mega-Konsole bzw. der »Hit Hero« als interaktive Installation die Hauptattraktion. Während die »Boomer« über das altehrwürdige Plattenangebot und die 160 Tasten im Automaten staunten, ließen es sich die anwesenden Schüler*innen nicht nehmen, über die vier Monitore selbst einen Popsong zum Leben zu erwecken und sich mit Schlagzeug, Bass, Gitarre oder Gesang aktiv einzuschalten. Geklärt werden könnte bald auch die Frage nach den zehn meistbesungenen Themen der Popmusik. So gibt es in diesem Höchstädter »Pop-Schloss« definitiv jede Menge bunte Nachhilfe in Sachen Pop zu entdecken. Großartig und sinnvoll ist auch die Idee, engagierte Projektpartner wie die Grund- und Mittelschule Höchstädt sowie das St. Bonaventura-Gymnasium Dillingen zu integrieren, die den Ausstellungsstoff z. B. mit einer aktuellen Umfrage zum eigenen Musikkonsum und der Frage, was für sie Popmusik ist, begleitet haben. Auch bei den Veranstaltungen des Rahmenprogramms spielt die Musik eine Hauptrolle: Die Teilnehmenden dürfen bei der zweiten Kinder- und Jugenddisco grooven und beim Talentwettbewerb ihr Können unter Beweis stellen.
Mehr dazu: www.hoechstaedt.bezirk-schwaben.de
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