Jazz

The Great Wide Open

Eukitea Quadro Nuevo

Im entspannten »Happy-Deluxe«-Modus zauberte am späten Sonntagnachmittag »Quadro Nuevo« – diesmal mit dem fantastischen Jazzgitarristen Philipp Schiepek – vor 200 Zuhörer*innen im Eukitea ein betörendes Inselfeeling herbei. 

Der elegante Weltmusik-Sound ist nach wie vor unverwechselbar, die Stücke swingen, sind stilistisch kontrastreich und immer virtuos interpretiert. Das intime Ambiente im Diedorfer Theater gefiel den vier charismatischen Profimusiker*innen erneut so gut, dass sie versprachen, auch ein drittes Mal zu kommen. Darauf freuen wir uns jetzt schon! 

Allein die »Shoppingmeile« wäre schon eindrucksvoll genug gewesen, vor der sich in der Pause und nach dem Konzert die Fans stauten, um sich CDs, LPs, Hörbücher, Bildbände und Noten signieren zu lassen oder auch die eine oder andere mediterran abgefüllte Spirituose mit nach Hause zu nehmen. Dieses überbordende Angebot spricht Bände, was die Bandbreite, die Kreativität und Produktivität dieser Vollblutmusiker*innen angeht. Mulo Francel und Dido Lowka gründeten das Ensemble, das seither mit immer wieder wechselnden Formationen als »Quadro Nuevo« das Bedürfnis nach geistvoll swingender Weltmusik mit Tango- oder Musette-Zulagen stillt, im Jahr 1996. Bis heute zählt zum Markenkern von Quadro Nuevo, dass ihre Musik authentisch ist und von realen Erlebnissen und Begegnungen inspiriert wird, die sie als unermüdlich die Welt Bestaunende sammeln und in einprägsame Klänge und traumhafte Stücke umwandeln. So lieferte Mulo Francel zu den Titeln aus dem aktuellen, Samos-Feeling reflektierenden Album »Inside the Island« weiterhin Touristik-Tipps jenseits ausgetretener Pfade mit. Auch die von Gitarrist Philipp Schiepek komponierten Stücke wie »Great Wide Open« ließen Raum für Stille und das Atmen zwischen den Notenzeilen – saitenweise wundervolle Naturpoesie, durchdrungen von Sonnenlicht und Meeresrauschen. Wie enorm weit der musikalische Horizont ist und wie raffiniert Akkordeonist Andreas Hinterseher auch das Bandoneon spielt, verdeutlichte nicht zuletzt die hochklassig instrumentalisierte Arie aus Astor Piazzollas legendärer Tango-Oper »Maria di Buenos Aires«, die zu einem von unzähligen Konzert-Highlights wurde.

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