Michael Kiessling, Galerist des Kunstraums am Pfarrhof Leitershofen, erzählt gerne, wie er Sandra Tröger im Münchner Ausstellungsraum »Sandkasten« kennengelernt hat – und wie schnell aus diesem ersten Kontakt die Idee für eine gemeinsame Ausstellung entstand. Noch im selben Jahr wurde daraus Wirklichkeit: »Form Farbe Raum« zeigt eine äußerst sehenswerte Auswahl von Trögers Werk in den Räumen von Leitershofen.
Weißabgleich
Im Diözesanmuseum St. Afra ist bis zum 28. Juni die Sonderausstellung »Eine weiße Weste haben« zu sehen. Sie ist Teil der Ausstellungsreihe »Farbe bekennen«.
Reinheit, Unschuld, Klarheit und Neuanfang, doch auch Kühle und Sterilität. Dies sind nur einige der vielen Deutungsmöglichkeiten der hellsten, so symbolträchtigen Farbe Weiß – der Königin des Farbspektrums, wenn man so will.
Die Sonderausstellung soll ihre Rolle als Gestaltungselement in der sakralen christlichen Kunst und darüber hinaus analysieren und sie durchdringen. Auch zeitgenössische Arbeiten werden gezeigt, die als Reaktion auf die präsentierten historischen Objekte verstanden werden können und mit ihnen in einen spannungsreichen Dialog treten. Erfrischend ist dabei die multimediale Vielfalt der Werke, die den stillen Artefakten vergangener Zeiten gegenübersteht. So werden formale Aspekte, vor allem aber die Polyvalenz der unbunten Farbe durch die Epochen hinweg nicht nur verdeutlicht, sondern erweitert.
Die zeitgenössischen Positionen lassen sich teils erschließen, durch Erklärungen der Künstler*innen selbst, die audiovisuell direkt am Werk abrufbar sind. Außerdem laden zahlreiche interaktive Stationen dazu ein, sich selbst einzubringen, wobei alle Altersklassen angesprochen werden. Somit ergibt sich neben einem Raum für theologisch-philosophische Kontemplation auch eine pädagogische Erfahrung.
Da die Sonderausstellung die gesamten Räumlichkeiten des Diözesanmuseums durchzieht, ist sie ohne Aufpreis und parallel zur Dauerausstellung zu besichtigen.
weitere Informationen auf: museum-st.afra.de