Auf Zeitreise
2019, zum 30-jährigen Jubiläum des Mauerfalls, wurde der Liederabend »Born in the GDR« entwickelt und erzählte von dem Leben in der DDR. Jetzt gibt es das westdeutsche Pendant dazu: »Made in West Germany«. Nun wurde das Stück des Ost-West-Kollektivs im Sensemble Theater Augsburg uraufgeführt.
Die Schauspieler*innen Fred Brunner, Daniela Nering, Winfried Gropper und Dörte Trauzeddel nehmen das Publikum mit auf eine musikalische Zeitreise ausgehend von der Nachkriegszeit in den 50igern, über Wirtschaftswunder, Frauenemanzipation, Friedensbewegung bis hin zum Tag des Mauerfalls. Zwischen Dialogen und Ausschnitten aus Fernsehaufzeichnungen, singen die Vier Lieder wie Egon (Ich hab´ ja nur aus Liebe zu Dir) aus dem Jahr 1948, Der Traum ist aus (1972, Ton Steine Scherben), Sonne statt Reagan (1982, Joseph Beuys) oder Freiheit (1987, Marius Müller-Westernhagen) und viele mehr.
Ähnlich wie die Mauer Deutschland teilte, teilt diese Inszenierung das Publikum in jene, die dabei gewesen sind und in die, die nur im Geschichtsunterricht davon gehört haben. Je nachdem wie gut man da aufgepasst hat, kennt man die Jahreszahlen und groben Ereignisse. Nachkriegszeit und Wirtschaftswunder hat man nicht nur einmal gehört, Benno Ohnesorg, Friedensbewegung und RAF sollten auch bekannte Begriffe sein. Aber das sind alles nur die harten Fakten. Wie war der Zeitgeist damals? Was haben die Menschen während dieser Zeit gefühlt? Dieser Abend haucht durch die verschiedenen Lieder, Dialoge und persönlichen Geschichten der Schauspieler*innen den Fakten der Vergangenheit Emotionen ein.
Aber dieser Liederabend ist nicht nur gemacht für Leute, die diese Zeit nicht miterlebt haben, sondern gerade auch für diejenigen, die dabei waren. Viele Lieder rufen Erinnerungen hervor und es wurde nostalgisch mitgesungen.