Ausstellungen & Kunstprojekte

Zwischen Aufbruch und Verlust

»Augsburgs Wandel in Fotodokumenten«
a3kultur-Redaktion

Im Augsburger Stadtarchiv ist es derzeit möglich, in eine historisch bedeutende, eindrucksvolle Zeitkapsel einzutauchen. 

 

Bis zum Samstag, den 6. Juni werden in »Augsburgs Wandel in Fotodokumenten« Arbeiten des ehemaligen AZ- Pressefotografen und Bildredakteurs Fred Schöllhorn präsentiert.

Im Vordergrund steht dabei der tiefgreifende urbanistische und gesellschaftliche Wandel der 70er Jahre, welchen Schöllhorn durch damalige aktuelle Bildberichte seit Ende der 60er begleitete.

Die Fotografien zeigen den Prozess des massiven und erbarmungslosen Umbruchs des Augsburger Stadtbildes, eine Dokumentation von Abriss, Freiflächen, Übergangszuständen und Baustellen.

Moderne Konzepte von Funktionalität, Mobilität und Wachstum prägen nicht nur die 70er Jahre, sondern auch das Stadtgefüge bis heute.

Schöllhorns Presseartikel sind zum einen eine wertvolle Quelle, sie dokumentieren alltagsnahe, ehrliche und gnadenlose Momentaufnahmen aus dieser Zeit und ermöglichen damit gleichzeitig einen Blick auf den Wandel der Presse und der Gesellschaft selbst.

Zum anderen verbindet er journalistische Genauigkeit mit einem ausgeprägten Gespür für das Wesentliche des Augenblicks. Komposition, Blickführung und Motivwahl verleihen den Bildwerken eine eigene künstlerische Qualität, die sie zu weit mehr als reinen Zeitdokumenten macht.

Auch aus architektonischer Sicht ist die Ausstellung interessant und historisch wertvoll.

Schöllhorn dokumentierte mit seinen Werken den immer präsenter werdenden, typischen Brutalismus- Baustil der 70er Jahre, der bis heute noch beispielsweise am Schwabencenter oder dem Hotelturm zu erkennen ist. Reduzierte Formen, moderne Materialien wie Sichtbeton sowie eine starke Ausrichtung auf Effizienz und technische Rationalität – »Die Architektur der Nachkriegsmoderne« wird zu einem markanten Wahrzeichen, das das Stadtbild Augsburgs bis heute sichtbar beeinflusst.

»Augsburgs Wandel in Fotodokumenten« präsentiert also nicht nur eine Aneinanderreihung von schwarz-weiß-Fotografien, die Ausstellung schafft es, Prozesse von Abriss und Aufbau lebendig und erlebbar wirken zu lassen. 

Weitere Informationen unter: www.augsburg.de

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