Ausstellungen & Kunstprojekte

Was fließt denn da?

Netsuke Gluecksgott Hannya © Felix Weinold
Gastautor

Das Grafische Kabinett der Kunstsammlungen & Museen Augsburg präsentiert bis zum 19. Juli »Ukiyo-e«, japanische Mehrfarbholzschnitte des 17. bis 19. Jahrhunderts, sowie geschnitzte Anhänger, die »Netsuke«.

Die im Vergleich zu europäischen Holzschnitten außergewöhnliche formale Gestaltung der Drucke mit schwungvoll geführten Linien und feinen Farbverläufen bringt eine besondere Ästhetik in ein Augsburger Museum. Dazu geben einzigartig stilisierte Figuren Einblick in eine ferne, jahrhundertealte Kultur. Vielfach auf den Blättern dargestellt sind Schauspieler des »Kabuki«, einer traditionellen japanischen Theaterform, die im 17. Jahrhundert entstand. Mit ausdrucksstarker
Mimik und dramatischen Handlungen erzählen sie das Bühnenleben nach, das zu seiner Zeit fester Bestandteil des kulturellen Alltags war. Eindrucksvoll ist nicht nur die filigrane Handwerksarbeit der Netsuke, kleiner Figuren aus Holz oder Elfenbein, die als Glücksbringer dienten. Insbesondere die Motive, die sich etwa an den japanischen Tierkreiszeichen bedienen oder einen Glücksgott darstellen, ermöglichen einen interessanten Blick auf den Volksglauben. 

Die außerordentlich gelungene Kuration unter Dr. Gregor Nagler liefert zudem umfassende Erläuterungen zu historischen und kulturellen Hintergründen der Werke sowie zu den für die Farbholzschnitte angewandten Techniken, die gerade für Grafikinteressierte reizvoll und aufschlussreich sein dürften. 

Die Ausstellung »Ukyio. Japans fließende Welt in Farbholzschnitten und Netsuke« bietet eine seltene und erstklassige Gelegenheit traditionelle japanische Kunst in Augsburg zu erleben. 

Der Eintritt in das Grafische Kabinett ist frei. 
Weitere Informationen unter: www.kunstsammlungen-museen.augsburg.de

Das könnte Sie auch interessieren

Malte Günther
Ausstellungen & Kunstprojekte

Malerische Landschaften

Im Grafischen Kabinett des Höhmannhauses sind seit dem 25. September Philipp Röths malerische Landschaften zwischen Spätromantik und Impressionismus ausgestellt.
Malte Günther
Ausstellungen & Kunstprojekte

Formen die Leuchten

Michael Kiessling, Galerist des Kunstraums am Pfarrhof Leitershofen, erzählt gerne, wie er Sandra Tröger im Münchner Ausstellungsraum »Sandkasten« kennengelernt hat – und wie schnell aus diesem ersten Kontakt die Idee für eine gemeinsame Ausstellung entstand. Noch im selben Jahr wurde daraus Wirklichkeit: »Form Farbe Raum« zeigt eine äußerst sehenswerte Auswahl von Trögers Werk in den Räumen von Leitershofen.

Malte Günther
Ausstellungen & Kunstprojekte

Wegrennen ist einfach!

Der Kunstverein Augsburg startet am 19. September mit der Videoarbeit »Running away is easy, it's the leaving that's hard« (2025) in den Herbst.