Podcast qp
Mit ihrer interaktiven »Fototour Oberhausen« schafft Sophia Aujezdsky beim Quartier Parcours auf dem Gaswerksareal ein Projekt, das immer weiter wachsen kann: Über einen QR-Code gelangt man zur rund einstündigen Route. Es wird jedoch empfohlen, wesentlich mehr Zeit einzuplanen. Straßenszenen, Einblicke in Hinterhöfe, Kneipen, Gartenidylle, historische Gebäude – es gibt viel zu entdecken und zu fotografieren. Die Fototour lädt dazu ein, Bilder von Lieblingsplätzen über den gemeinsamen Hashtag #qpfototour auf Instagram zu posten und so die versteckten Juwele des Quartiers zu erforschen. Im Podcast stellt sich Sophia Aujezdsky den Fragen von a3kultur-Herausgeber Jürgen Kannler.
Sophia Aujezdskys in Fotografien festgehaltene Impressionen liefern Einblicke in ihre Perspektive und bieten Inspiration. Die Künstlerin möchte mit ihrer Intervention eine ganz neue Seite des mit Vorurteilen behafteten Stadtteils Oberhausen zeigen. Dessen Schönheit und Einzigartigkeit hat sie in Bildern festgehalten – die ersten einer bald wachsenden Datenbank verschiedenster Eindrücke, Sichtweisen und Horizonte.
Eine Podcast von a3kultur| Eine studioa.tv Produktion 2020
QP-Soundlogos based on sounds of »Gasworks« | Gerald Fiebig, released @ Grünrekorder.
Verena Kandlers Arbeit »Hängekommission« steht mitten auf dem »Werkstatthof« des Gaswerksgeländes. Die aus Werbeplatten bestehende Tafel im Format 85 x 175 cm wurde künstlerisch so transformiert, dass zwar einzelne Elemente verändert wurden oder verschwanden, der ursprüngliche Werbetext aber ähnlich eines Palimpsest durchscheint und teilweise sichtbar bleibt. Die Verarbeitung und Auswahl des Materials lag dem Anliegen zugrunde, dieses als Kommunikationsmedium zu nutzen: Aus der Kombination von gegebenem und hinzugefügtem Bildmaterial entsteht somit eine neue Aussage. Mittels dieses gestalterischen Verfahrens können sowohl textliche als auch bildliche Inhalte reflektiert und im Sinne einer Intervention verändert werden. Die grafische Bearbeitung arbeitet mit den Formalitäten der Werbeplatte, aber widerspricht durch den Eingriff ihren starren Gegebenheiten.
Im Podcast stellt sich Verena Kandler den Fragen von a3kultur-Herausgeber Jürgen Kannler.
Verena Kandler studierte Kunstpädagogik an der Universität Augsburg und erhielt 2017 ein Meisterschulstipendium im Rahmen des Kunstförderpreises Augsburg. In ihren vergangenen Arbeiten und Projekten beschäftigte sie sich mit Werbung und Medien, Upcycling-Techniken und partizipativen Ausstellungsansätzen im öffentlichen Raum.
Eine Podcast von a3kultur | Eine studioa.tv Produktion 2020
QP-Soundlogos based on sounds of »Gasworks« | Gerald Fiebig, released @ Grünrekorder.
Mithilfe einer selbst entwickelten Apparatur transformiert Reinhard Gupfinger Tonaufnahmen aus dem Stadtraum zu 3D-Skulpturen – sogenannten »Sound Tiles«. Diese installiert der österreichische Medienkünstler in der Regel anschließend dort, wo er die Field-Recordings zuvor gemacht hatte. Die entstandenen Interventionen bilden Klangskulpturen und Momentaufnahmen, die in der Stadt selbst wieder sichtbar werden und aufmerksam auf Klänge machen, die die Menschen in der Stadt umgeben. Die Idee, Klang zu transformieren, zum Objekt zu machen und herauszufinden, wie das im öffentlichen Raum funktioniert, spiegelt sich vermehrt in Gupfingers Arbeiten wider. Grundlage für sein qp-Projekt sind Tracks der CD »Gasworks« (www.gruenrekorder.de), eine Veröffentlichung des Augsburger Klangkünstlers Gerald Fiebig feat. EMERGE & Christian Z. Müller aus dem Jahr 2019.
Im Podcast stellt sich Reinhard Gupfinger und Gerald Fiebig den Fragen von a3kultur-Herausgeber Jürgen Kannler.
Der in Linz lebende Medienkünstler Reinhard Gupfinger war 2016 als Artist-in-Residence der a3kultur-Initiative »Welcome in der Friedensstadt« zu Gast in Augsburg. 2019 war er erneut in der Stadt, um beim Friedensfest das Urban-Art-Projekt »UnSound« zu präsentieren. Gupfingers erste Ausstellungsbeteiligungen datieren auf das Jahr 2003. Für sein internationales, komplexes, keiner Disziplin explizit verpflichtetes Schaffen wur-de er mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. | www.gupfinger.net
Gerald Fiebig ist Soundartist, Lyriker, Musiker und Leiter des Augsburger Kulturhauses Abraxas. Schwerpunkte seiner akustischen Arbeiten sind radiophone Kompositionen, elektroakustische Live-Improvisation sowie Installations- und Performancekonzepte für spezifische Orte und Anlässe. Seit 2006 werden seine akustischen Arbeiten auf Festivals im In- und Ausland aufgeführt und ausgestellt. | www.geraldfiebig.net
Ein Podcast von a3kultur | Eine studioa.tv Produktion 2020
QP-Soundlogos & Soundsnippet based on sounds of »Gasworks« | Gerald Fiebig, released @ Grünrekorder.
Johanna Schreiners bemalte Wandinstallation »Ins Leben« am Eingang zum Ofenhaus nimmt Bezug auf die Geschichte des Ortes, an dem bis in die 1970er-Jahre aus Kohle Gas hergestellt wurde. Die Künstlerin hat ursprünglich zum Transport der Kohle verwendete Säcke aus der Zeche Fürst Leopold in Dorsten zu hochformatigen Wandteppichen zusammengeführt, die das Portal des Ofenhauses flankieren.
Schreiner kontrastiert einen Teppich aus unbehandelten Säcken auf der rechten Seite mit einem zweiten auf der linken Seite, für den sie zwölf Säcke in unterschiedlichen Farben gefasst hat. Der unbehandelte Teppich steht für das Raue und Farblose, beim bearbeiteten Teppich hingegen symbolisieren die verschiedenen Farben jeweils einen Aspekt des Lebens, sie stehen für dessen Vielfalt und markieren Neuanfang, Kunst und Freude.
Im Podcast stellt sich Johanna Schreiner den Fragen von a3kultur-Herausgeber Jürgen Kannler.
Johanna Schreiner, geboren in Niederbayern, lebt und arbeitet in Augsburg. Seit 1995 Ausbildung in Zeichnung, Malerei und Druckgrafik. Ab 2009 zweijähriges Studium und 2013 Meisterklasse bei Prof. Markus Lüpertz an der Kunstakademie Bad Reichenhall. 2013 Johann-Georg-Fischer-Kunstpreis, Marktoberdorf. Mitglied im BBK, der Künstlervereinigung »Die Ecke« in Augsburg und der internationalen Künstlergruppe Breitengrad e.V.
www.johanna-schreiner.de
Ein Podcast von a3kultur| Eine studioa.tv Produktion 2020
QP-Soundlogos based on sounds of »Gasworks« | Gerald Fiebig, released @ Grünrekorder.
Der Maler Daniel Man, als Sprayer auch unter dem Namen CODEAK bekannt, und die Bildhauerin Esther Irina Pschibul haben für die rückwärtige Außenwand des Parkhauses in Kollaboration eine markante, die gesamte Höhe der Mauer einnehmende Wandmalerei konzipiert : die Neuinterpretation eines berühmten Gemäldes von Francisco de Goya. »Saturn frisst seine Kinder« lautet der Name des geplanten Projekts.
Goya malte das Bild, das heute – auf eine Leinwand übertragen – im Madrider Prado hängt, um 1820 als Teil eines Zyklus direkt auf die Wand seines Landhauses. Dargestellt ist der dramatische Moment, in dem Chronos/Saturn mit wildem Blick und weit aufgerissenem Mund begonnen hat, eines seiner Kinder zu verschlingen, um der eigenen Entmachtung zu entgehen. Die Fassung der Geschichte aus der griechischen Mythologie von Pschibul und Man zeigt sich stark abstrahiert und in leuchtenden Farben, um eine auf unsere Gesellschaft übertragene offene Lesart ohne Gewaltdarstellung zu ermöglichen. Die dramaturgische Spannung entsteht hier aus der schieren Größe des Bildes und dem urbanen Umfeld.
a3kultur-Herausgeber Jürgen Kannler unterhielt sich mit Daniel Man und Esther Irina Pschibul über das Projekt.
Esther Pschibul. Studierte Bildhauerei an der Universität für Angewandte Kunst in Wien und an der Faculdade de Belas Artes in Lissabon. Begreift die Zeichnung als essenzielles Medium, um dreidimensionale Formen zu recherchieren. Ihre Zeichnungen vom bildhauerischen Prozess entwickeln im Zusammenspiel mit raumbezogenen Installationen ein Eigenleben.
www.esther-pschibul.de
Daniel Man. Verbrachte seine Jugend in Augsburg, wo er als einer der ersten deutschen Graffitisprayer mit dem Namen CODEAK in die Szene eintauchte. Nach Beendigung einer Siebdruck-Lehre selbständig als freier Grafiker und Auftragsmaler. Studierte freie Kunst an der Hochschule in Braunschweig und an der Münchner Akademie.www.danielman.de
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Herausgeber Jürgen Kannler im Gespräch mit Selman Trtovac. Seine Videoarbeit »Fuga« entstand im Sommer 2015 in Gestratz. In dieser kleinen Ortschaft im Allgäu lebten zur Zeit des Nationalsozialismus osteuropäische Zwangsarbeiter und französische Kriegsgefangene. Bei »Fuga« verfolgt Selman Trtovac zwei Ansätze: Der Großvater des serbischen Künstlers verbrachte während der Nazidiktatur mehrere Jahre als Zwangsarbeiter in Bayern. Im krassen Gegensatz dazu existiert für Trtovac aber auch eine – vielleicht utopische – Vorstellung von Frieden. Er interessiert sich für die »Linie«, die zwischen diesen Gegensätzen verläuft.
Diese Linie ist eine Metapher für Prozesse, Verwandlungen und Erkenntnisse, für menschliche Beziehungen und die Ethik der Zeit, in der wir leben. Die titelgebende Fuge (von lateinisch »fuga«: Flucht) ist ein musikalisches Kompositionsprinzip der Polyphonie. Besonderes Kennzeichen ist ihre komplexe Themenverarbeitung.
Selman Trtovac: Gehört zu einer Generation, die ihre künstlerische Sprache in den 1990er-Jahren fand. Zu Anfang war er vor allem im Belgrader Studenten-Kulturzentrum aktiv. Später ging Trtovac nach Düsseldorf, um sich an der Kunstakademie in der Klasse von Klaus Rinke weiterzuentwickeln. Heute lebt er mit seiner Familie in Belgrad. Während seines Artist-in-Residence-Aufenthalts in Augsburg 2015 entstand eine Serie von Zeichnungen, Fotos und Videos. So auch das Projekt »Fuga«.
a3kultur-Herausgeber Jürgen Kannler im Gespräch mit dem kongolesisch-deutschen Künstler*innenduo Mukenge/Schellhammer. Im Fokus der Videoinstallation »Posthumanist Activities« steht die Auseinandersetzung mit westlicher Aufklärung und humanistischen Idealen. Im Zuge der Kolonisierung wurde dieses europäische Selbstverständnis der Überlegenheit als hierarchisierendes Instrument etabliert, sodass auch auf anderen Kontinenten der Stellenwert des einzelnen Menschen, die Wissensproduktion und Denkmuster daran gemessen wurden und der dort existierende Blick auf die Welt auf paternalistische Weise überlagert und ausgemerzt wurde. Dieses eurozentristische System steuert bis heute das weltweit medial verbreitete Bild eines »unterentwickelten« Afrika, dem geholfen werden muss, und sieht Menschen, die nicht vorgegebenen Kategorien entsprechen, als nachrangig an. Der postkoloniale Ansatz, der hier verfolgt wird, betrachtet nicht nur Menschen, sondern weist auch nichtmenschlichen Subjekten und Objekten einen Platz im Universum zu.
Christian Mukenge Lukunku und Lydia Schellhammer, die zurzeit in Kinshasa leben und arbeiten, befassen sich in ihren Projekten mit postkolonialer Theorie und Praktik in Europa und der Republik Kongo, wobei die verschiedenen kulturellen, sozialen und ökonomischen Orte als Laboratorien für ihre Untersuchungen fungieren. Die Ergebnisse ihrer Forschung fasst das Duo in visuelle Formen, für die künstlerische Handlungsweisen wie Performance, Malerei und Szenografie miteinander verschränkt werden.
Mukenge/Schellhammer: Das kongolesisch-deutsche Duo ist ein Versuchskaninchen für post-postkoloniale Theorie und Praktik in Europa und der Demokratischen Republik Kongo. Die Arbeit zwischen unterschiedlichen kulturellen, sozialen und ökonomischen Räumen als Laboratorien führt zu einer fragmentierten und vielschichtigen Perspektive, die individuelle Komfortzonen zerstört und hybride Identitäten schafft. Das visuelle Ergebnis stellt eine Verbindung zwischen elitärem Kunstverständnis und Massenkultur her. www.mukengeschellhammer.com
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Ein Podcast von a3kultur | Eine Produktion von studioa.tv 2020/21
a3kultur-Herausgeber Jürgen Kannler im Gespräch mit Laurentius Sauer über das qp-Kunstprojekt »Brennender Hochsitz«. Sauer, Absolvent der Münchner Kunstakademie und Meisterschüler von Gregor Hildebrandt, wird auf dem Areal des Gaswerks einen hölzernen Jägerstand in originaler Größe errichten (* in Planung). In einem nächsten Schritt wird er den Hochsitz anzünden, sodass dieser, vom Künstler nicht weiter beeinflusst, abbrennt. Sauer wird diese Brandstiftung jedoch nicht vor Publikum inszenieren, er wird bei seinem Tun allein sein und die Aktion in einem Film festhalten. Dieser wird dann im Gaswerk zu sehen sein, sodass erst im Nachgang das Abbrennen des Turmes beobachtet werden kann. Obwohl der Hochsitz zum Zeitpunkt des Betrachtens des Videos nicht mehr vorhanden ist, werden das Objekt und die Geschichte seines Vergehens virtuell dauerhaft konserviert. Zusammen mit den Überresten des verbrannten Jägerstands, die an Ort und Stelle bleiben, ergibt sich ein situatives Netz, das räumliche und zeitliche Aspekte mit dem Physischen und dem nur noch als Erinnerung Vorhandenen verknüpft.
Laurentius Sauer. 1987 in Augsburg geboren. Studierte Malerei/Grafik an der Akademie der Bildenden Künste München. Seine Arbeiten werden international gezeigt. www.laurentiussauer.com
qp-Katalogbestellung über: a3kultur.de/qp-katalog
Ein Podcast von a3kultur | Eine Produktion von studioa.tv 2020/21