Kinder, die ungefähr um das Jahr 2000 herum oder später geboren sind, kennen das alles nicht mehr: ein Telefon mit Wählscheibe, eine Musikkassette oder gar die verschiedenen Abspielgeschwindigkeiten beim Schallplattenspieler für eine LP oder eine Single. Dafür gibt es nun Abhilfe.
Solche in unserem Alltag nicht mehr gegenwärtigen Dinge sind derzeit im Volkskundemuseum in Oberschönenfeld unter dem Titel »Addiator, Hüftgürtel und Goggomobil – Verschwundene Dinge von A bis Z« in Augenschein zu nehmen. Viele Ahs und Ohs sind zu hören beim Besichtigen der Ausstellung. Viele bekannte Dinge sind wiederzuentdecken. Genau, da war doch was, was die Oma immer anhatte – jawohl, Kittelschurz oder Kittelschürze hieß das Ding, das es in den gefährlichsten und eigentümlichsten Mustern und Farben zu kaufen gab. Wer im Alter von 50 plus fühlt sich nicht zurückversetzt in seine Jugend, Billardspielen, die Mädels sind dabei, im Hintergrund läuft Musik, und die kommt … aus der Jukebox.
Die Bandbreite der Exponate in der Ausstellung im Volkskundemuseum reicht von der schrillfarbenen Badekappe über das HB-Männchen, das sich immer so echauffieren musste und natürlich regelmäßig in die Luft ging, bis zum Goggomobil, dem erschwinglichen Auto der 50er- und 60er-Jahre, von ganz Alltäglichem wie dem Reinigungsmittel IMI bis zu so Kuriosem wie der fahrbaren Badewanne für Haushalte ohne Badezimmer.
Immer wieder ergänzen persönliche Erlebnisse die Objekte und lassen die Dinge des Alltags lebendig werden. Ein Beispiel ist die Mixkassette, die eine Spanierin ihrem deutschen Freund in den 80er-Jahren aufgenommen hat. Die Kassettenhülle ist selbstverständlich als eine persönliche Liebeserklärung an den Adressaten beschrieben und bemalt.
Zum Schluss sei für alle Jungspunde unter 15 noch erwähnt, dass es in der Ausstellung auch Möglichkeiten zum Mitmachen gibt: Wie wäre es zum Beispiel mal mit Schreiben auf einer Schreibmaschine oder Telefonieren mit einem Wählscheibentelefon? (pif)
PS: Ein Addiator ist übrigens ein Zahlenschieber!
»Addiator, Hüftgürtel und Goggomobil – Verschwundene Dinge von A bis Z« ist noch bis zum 12. Oktober im Schwäbischen Volkskundemuseum Oberschönenfeld zu sehen.
www.schwaebisches-volkskundemuseum.de