Was wäre, wenn?
Die Inszenierung »Constellations« des Anglistentheaters ist ein humorvoller Querschnitt unseres Alltag und hinterlässt das Publikum nachdenklich und emotional
Am 23. April 2026 fand die zweite von drei Aufführungen von Nick Paynes »Constellations« im City Club statt. Das Anglistentheater stellte zum wiederholten Mal sein künstlerisches Talent und Gespür für relevante Themen unter Beweis. Mit einer ausverkauften Dernière schließt das Ensemble dieses Projekt mit großem Erfolg ab.
Im vollen Publikumsraum ging bereits ab den ersten Minuten ein Lachen durch die Reihen, denn von Beginn an fingen die Schauspielenden Signe Sturup-Hackenberg (Marianne) und Jake Cregan (Roland) die Aufmerksamkeit der Zuschauer*innen mit ihrer glaubwürdigen Performance ein. Die Anstrengung eines Zwei-Personen-Stücks über 75 Minuten war den Schauspieler*innen jedoch nicht anzumerken: Voller Elan und Nuancen konfrontierten sie das Publikum durch die Aufführung hinweg mit der Frage: Inwiefern beeinflusst eine Entscheidung den Verlauf meines Lebens? Dabei wiederholten sie mehrere Szenen in verschiedenen Variationen, Tonlagen und Perspektivwechseln und nahmen die Zuschauenden mit auf eine Achterbahn der Gefühle.
Unter der großartigen Regie von Lotte Lange und der erfahrenen Inspizienz von Viktoria Rossi gelang dem Ensemble, die Menschlichkeit der Figuren nachempfindbar darzustellen und die existenzielle Frage nach dem Sinn des Lebens, nach Selbstbestimmung und Schicksal auf verschiedenen Ebenen zu beleuchten. Das Bühnenbild schien auf den ersten Blick recht simpel – ein schlichtes Wohnzimmer, welches das Publikum allerdings ohne Barriere in das Geschehen hineinzog. Der Einsatz von Projektionen und Sound schaffte eine parallele Sphäre, die neben dem Ausprobieren unterschiedlicher »Was wäre, wenn«-Szenarien lief.
Eine beeindruckende Inszenierung und ein Abend voller Emotionen, der die Grenzen zwischen Leben(digkeit) und Tod fulminant beschritt. Wenn diese Produktion etwas beweist, dann, dass es sich mehr als lohnt, auch zukünftige Inszenierungen des Anglistentheaters auf dem Radar zu haben und einem eingespielten Team bei ihrer leidenschaftlichen Arbeit zuzusehen.
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