Kurs auf »Klavierfest«
Das »Stein-Festival« der Deutschen Mozart-Gesellschaft lässt am dritten Septemberwochenende mit erlesenen Konzertprogrammen und Salonformaten auf wertvollen Instrumenten die Achse »Paris – Mozart – Augsburg« erleben.
Die Deutsche Mozart-Gesellschaft (DMG) fühlt sich in ihrer Schaltzentrale in der Grottenau am richtigen Platz. Auch das neue Logo für die »Klavierstadt Augsburg« ist schon entworfen. Als wir uns Ende Dezember 2024 mit ihrem Präsidenten Prof. Christoph Hammer trafen, war die »Klavierstadt Augsburg« bereits als Ziel formuliert und damit die Nutzung und Bündelung all der musikalischen Synergien ins Auge gefasst, die Augsburg als Mozartstadt in sich trägt.
Welche Rolle spielt dabei das »Stein-Festival« im Schaezlerpalais, das am dritten Septemberwochenende bereits zum vierten Mal stattfindet, und wie befeuern die weiteren Aktivitäten der DMG, wie z.B. die glanzvoll solistisch besetzte Reihe »Mittwoch mit Mozart« im Leopold-Mozart-Haus, dieses neue Label?
»Wir loten im Moment die Chancen für ein »Klavierfest Augsburg« aus, das im Namen des berühmten Klavier- und Orgelbauers stattfindet, sich aber in die Moderne hinein öffnet«, so Christoph Hammer. Ihm ist durchaus bewusst, dass in ein professionelles Marketing investiert werden muss, wenn man dieses besondere Festival zukünftig in und insbesondere auch über Augsburg hinaus noch bekannter machen und dauerhaft etablieren will. Es wird sich jedoch immer über die Exklusivität der Programme, die kostbaren Originalinstrumente und die künstlerische Exzellenz der Interpret*innen definieren.
In zwei Jahren öffnet sich dank eines stattlichen Jubiläums das Tor für Neues: Der weltweit renommierte Orgel- und Klavierbauer Johann Andreas Stein wurde 1728 geboren und startete ab 1750 in Augsburg seine Karriere, die ihn mit dem Bau innovativer Instrumente weltweit gefragt machte. In diesem Jahr allerdings steht an drei Tagen im Schaezlerpalais erst einmal die Achse »Paris – Mozart – Augsburg« thematisch im Fokus. Der gebürtige Augsburger Leopold Mozart (1719–1787) erwarb von Stein im Jahr 1763 ein Reiseklavier. Wolfgang Amadeus Mozart kam 1777 gezielt zu ihm und spielte im Festsaal des Fuggerpalais am Weinmarkt ein Konzert auf drei Stein-Klavieren, bevor er nach Paris weiterreiste.
Diesen historischen Bezügen zwischen Paris und Augsburg, für die Wolfgang Amadeus Mozart das Bindeglied ist, spürt das Programm des Klavierfestivals zwischen dem 18. und 21. September in reizvollen Formaten wie den am Samstag ganztägig stattfindenden fünf »Clavier-Salons« nach. Wer immer schon wissen wollte, was ein »Tangentenflügel« ist oder sich davon überzeugen möchte, dass ein »Venezianischer Schweller« nichts Unanständiges ist, ist herzlich willkommen zum Festivalauftakt. Auf vier originalen Instrumenten des 18. Jahrhunderts sind seltene Klavierwerke für drei, fünf oder gar sechs Hände zu erleben, die Sylvia Ackermann, Christoph Hammer, Costantino Mastroprimiano und Olga Pashchenko virtuos über die kostbaren Tasten fliegen lassen.
»Romances Impériales« ist die Matinee übertitelt, in der die Mezzosopranistin Emma Urriani, der Bariton Daniel Sauer und Steve Roy am Hammerflügel wundervolle Chansons von Hortense de Beauharnais (1783–1837) erklingen lassen. Sie hatte gemeinsam mit ihrem Sohn Charles Louis Napoleon (1808–1873) Zuflucht in Augsburg gesucht, der ab 1848 Präsident Frankreichs und ab 1852 als Napoleon III. Kaiser der Franzosen wurde. Vive Augsburg, la ville du piano!
Weitere Informationen unter: www.deutsche-mozart-gesellschaft.de