Politik & Gesellschaft

Rote Karte für Freier

rote karte für freier
a3kultur-Redaktion

Der Verein »AugsburgerInnen gegen Menschenhandel« ist Teil der Kampagne  #Rotekartefürfreier zur EM – Ziel ist es, junge Männer über das Thema Prostitution aufzuklären und die Gesellschaft zu sensiblisieren.

Die Fußballeuropameisterschaft der Herren findet 2024 in Deutschland statt und es sind keine vier Wochen mehr bis zum Eröffnungsspiel. Fans aus aller Welt werden in Deutschland erwartet. Dass im Zuge von Sportgroßveranstaltungen immer wieder Menschenrechte verletzt werden ist spätestens seit der Fußballweltmeisterschaft in Katar bekannt. Und auch Deutschland ist hiervor nicht gefeit.

Zu großen Veranstaltungen wie Messen, Sportevents etc. wird regelmäßig eine große Anzahl an prostituierten Frauen in die Spielstätten gebracht, um in Hotels, Bordellen, am Straßenstrich oder in Terminwohnungen Freiern aus aller Welt zur Verfügung zu stehen. Deutschland ist durch seine liberale Prostitutionspolitik Zielland für Menschenhandel und Sextourismus geworden. Die EU-Osterweiterungen von 2004 und 2007 taten ihr übriges. Die Zustände in der Prostitution sind katastrophal. ExpertInnen der Strafverfolgungsbehörden schätzen bis zu 80% Opfer von Menschenhandel. 

Deshalb beteiligt sich der Verein AugsburgerInnen gegen Menschenhandel mit der Unterstützung des Kommunalen Büros für Prävention der Stadt Augsburg an der Kampagne #Rotekartefürfreier.

Ziel der Kampagne ist es, die Gesellschaft, vor allem junge Männer, mit Informationen zu erreichen, an ihr Verantwortungsgefühl zu appellieren und zu verdeutlichen, dass die Nachfrage nach Prostitution unmittelbare Auswirkungen hat. Als Nebeneffekt dieser aufklärenden Kampagne wird verdeutlicht, dass Prostitution eine Form geschlechtsspezifischer Gewalt gegen Frauen ist und Aufmerksamkeit hinsichtlich Menschenhandels bei Sport-Großveranstaltungen geschaffen.

Das Herzstück der Kampagne ist eine Rote Karte (Flyer) mit der sich möglichst viele Menschen fotografieren und ihr Foto bei Social Media unter dem Hashtag #rotekartefürfreier posten sollen. 

Am Samstag, 18. Mai wird der Verein 10 bis 14 Uhr mit einem professionellen Fotografen auf dem Rathausplatz sein und Menschen mit der Roten Karte fotografieren. Diese Fotos werden anschließend auf Social Media (Instagram und Facebook) gepostet.

Am Montag, 17. Juni um 19 Uhr veranstaltet der Verein in Kooperation mit dem Evangelischen Forum Annahof und dem Katholischen Deutschen Frauenbund einen Filmabend zur Europameisterschaft. Dieser findet im Ernst-Tröltsch-Saal des Evangelischen Forums Annahof statt.

 

a3kultur führte letztes Jahr ein Interview mit Kerstin Neuhaus, Geschäftsführerin des Vereins AugsburgerInnen gegen Menschenhandel, zum Thema Prostitution.

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