Politik & Gesellschaft

Stadt der Zukunft

a3kultur-Redaktion

Die Preisträgerinnen und Preisträger des 165. AIV-Schinkel-Wettbewerbs wurden jüngst in Berlin bekannt gegeben. Der Architekten- und Ingenieur-Verein zu Berlin (AIV) hat den Förderwettbewerb für junge Leute bis 35 Jahre ausgelobt, um mit mehr Mut Ideen und Utopien für das »Berlin in 50 Jahren« zu kreieren. Eva Krapf, Vorsitzende des AIV-Schinkel-Ausschusses: »Dieses Jahr blicken wir nicht nur auf 100 Jahre Groß-Berlin zurück, sondern schauen in die Zukunft, um Szenarien zu entwickeln, die aufzeigen, welche Weichen wir schon heute für die Zukunft der Metropolregion Berlin-Brandenburg stellen müssen.«

Aufgabe war es, auf dem Siedlungsstrahl Berlin – Karow – Buch – Panketal – Bernau an Entwürfen für ausgewählte Orte aufzuzeigen, wie sich die absehbaren Veränderungen von Umwelt und Gesellschaft stadträumlich, landschaftlich und baulich darstellen und auf die zukünftige Gestaltung von Stadt- und Landschaftsräumen auswirken werden. Das Thema war in die Fachsparten Architektur, Städtebau, Landschaftsarchitektur und Freie Kunst unterteilt.

Mit seiner Masterarbeit »Die fliegende Stadt« entwickelte Christian Rapp im Wintersemester 2019/2020 eine Utopie, für die er nun ausgezeichnet wurde. Sein Blick in die Zukunft beschreibt folgendes Szenario: »Wir schreiben das Jahr 2070: Klimawandel und Umweltzerstörung haben uns stark zugesetzt. Der Bedarf an Lebensraum für Mensch und Tier ist hoch. Ballungsgebiete werden immer stärker verdichtet, wodurch die Städte noch stärker aufgeheizt werden, da das kühlende Grün den kulturellen Bedürfnissen weichen musste.« Um weitere negative Folgen einzugrenzen müsse auf neue städtebauliche Ansätze gesetzt werden, so Rapp in seiner Vision. Doch wo findet man die Luft, Städte in ihrem Dasein effizient und ohne großen Platzbedarf zu erweitern. Man fügt eine zweite Ebene hinzu, die in starker Verbindung mit der bestehenden steht, so die Idee des Architekturstudenten. Beide Ebenen profitieren voneinander und ergänzen einander. Diese Utopie erscheine anfangs oft als unmachbares Wolkenschloss, doch die Auseinandersetzung mit ihr könne unserer Architektur Flügel verleihen. Christian Rapps Konzept ist so gedacht: Der Austausch der beiden Ebenen soll eine Gleichberechtigung schaffen und sie funktionell verschmelzen lassen. Der untere Ort erhalte somit eine Schule, Bürogebäude, Unterhaltungsmöglichkeiten und einen Kindergarten, während die oberen Bewohner durch die Natur, Grünanlagen, Handwerksbetriebe und Landwirtschaft unten profitieren.

Betreut wurde Rapp von Prof. Katinka Temme und Prof. Christian Peter. Temme: »Ich bin sehr stolz auf Herrn Rapp. Das ist ein sehr bedeutender Wettbewerb unter den Architekten, wenn nicht der bedeutendste überhaupt, und ich freue mich riesig, dass die Hochschule Augsburg unter den Preisträgern vertreten ist.«

www.hochschule-augsburg.de

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